Kornelia Gysel und Martin Hofer von der Arbeitsgruppe sowie Anna Schindler, Christina Schumacher und Sven Sobernheim im Gespräch mit Marcel Bächtiger (v.l.n.r.).

«Es ist deprimierend, diese ­Diskussion führen zu müssen»

Die Arbeitsgruppe ‹Blühende Pfingstweide› will Neubauten in Zürich West verhindern. An der Podiumsdiskussion sorgten unzeitgemässe Sonderbauvorschriften und träge Planungsabläufe für Zündstoff.

«Zürich West, was nun?», fragt Hochparterre-Redaktor Marcel Bächtiger zum Auftakt des aktuellen Themenhefts ‹Die blühende Pfingstweide›. Der zur Heftvernissage und Podiumsdiskussion am 13. April prall gefüllte Saal im Kulturpark in Zürich zeigte, dass die Frage nach der Zukunft des einstigen Industriequartiers viele Menschen beschäftigt. Nach der Jahrtausendwende stieg Zürich West zum Trendquartier mit Grossstadtflair, Zwischennutzungen in alten Industriehallen, angesagten Bars und Clubs auf. In den letzten Jahren verdrängen monotone Neubauten mit teuren Büroflächen und klinischen Aussenräumen die Industriegebäude und das Leben in ihnen jedoch zunehmend. Heute wirkt das Quartier vielerorts öd und langweilig. Diese Diagnose ist nicht neu, doch die aktuellen Geschehnisse auf dem Welti-Furrer-Areal haben die Debatte um Zürich West wieder entfacht. Zwischen Maag-Areal, Bahnhof Hardbrücke und Pfingstweidstrasse gelegen, besetzt das Areal eine Schlüsselstelle im Quartier. Im mittleren Teil hat die Knecht-Gruppe als Eigentümerin bereits den Büroneubau ‹Prime 2› nach dem Entwurf von Max Dudler gebaut. Die verbleibenden Bauten, ein Parkhaus und ein Lagerhaus im Osten sowie ein Gewerbe- und Bürohaus im Westen, will sie demnächst durch ‹Prime 1› und ‹Prime 3› ersetzen. Die drei Bürobauten heissen nicht nur verdächtig ähnlich, sie sehen auch gleich aus. Der Gegenvorschlag: Zustimmung mit Vorbehalten Mit ‹Prime 2› sei «ein grauer Klotz, ein UFO, in Zürich West gelandet», stellte Immobilienexperte Martin Hofer zu Beginn der Podiumsdiskussion fest. Gegen den ersten Klotz hat Hofer nichts unternommen. «Als ich die Baugespanne für den zweiten und dritten sah, sagte ich mir aber: Das ist zu viel. Das müssen wir verhindern.» Gemeinsam mit dem Soziologen und früheren Hochparterre-Chefredaktor Köbi Gantenbein gründete Hofer deshalb die Arbeitsgruppe ...
«Es ist deprimierend, diese ­Diskussion führen zu müssen»

Die Arbeitsgruppe ‹Blühende Pfingstweide› will Neubauten in Zürich West verhindern. An der Podiumsdiskussion sorgten unzeitgemässe Sonderbauvorschriften und träge Planungsabläufe für Zündstoff.

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