In der Zürcher Siedlung Leutschenbach sind Wohnungen entstanden, die vielfältige Lebensmodelle zulassen. Über den vollgepackten Hofraum jedoch lässt sich streiten.
Dicht gemacht
In der Zürcher Siedlung Leutschenbach sind Wohnungen entstanden, die vielfältige Lebensmodelle zulassen. Über den vollgepackten Hofraum jedoch lässt sich streiten.
Fotos: Dan Cermak
Der Leutschenpark ist eher Platz als Park. Von hier führt ein doppelgeschossiger Durchgang in den Innenhof der zweitgrössten städtischen Siedlung in Zürich. Doch nach wenigen Metern findet die einladende Geste ein abruptes Ende. Die Passantin steht nicht etwa vor einem Quartierszentrum oder Siedlungsladen, sondern vor der Eingangstür eines zweigeschossigen Wohngebäudes. Die einzelnen Haustüren mit den Kinderwagen davor erinnern an eine verdichtete Einfamilienhaussiedlung. ###Media_2###
Das Kennwort des Wettbewerbs lautete «Souq» – eine Anspielung auf die traditionellen Märkte in vielen arabischen Städten. Sie sind geprägt von schmalen, meist eingeschossigen Gassen und einer dichten Abfolge kleiner Läden. Gehandelt werden da Waren aller Art. Zudem gelten Souqs auch als kulturelle und soziale Zentren. Gewohnt wird dort jedoch nicht. Heute spricht Andreas Feurer von einem «Dörfli». Damit bezieht er sich aber nicht auf den ländlichen Raum, sondern die Zürcher Altstadt – das Niederdörfli mit seinen vielfältigen Stadträumen. Dicht und durchdefiniert Das städtebauliche Konzept der Siedlung Leutschenbach basiert auf einer Hoftypologie mit einem grossen, möglichst dicht genutzten Innenhof. Neben rund einem Dutzend Wohneinheiten stehen dort ein Gemeinschaftshaus, Häuser mit zumietbaren Arbeits- oder Musikräumen sowie auf der anderen Seite des Bachlaufs ein Doppelkindergarten. An die Gebäude mit ihren auskragenden Satteldächern schliesst ein dichtes Netz aus Pergolas, Pocket-Parks und Wegen mit viel Möblierung an. Es gibt einen zentralen Siedlungsplatz, Spielgeräte, Tische und Stühle, eine Zone mit Schaukelsitzen zum Verweilen, Street-Workout-Anlage und vieles mehr. Freie Räume gibt es hier kaum, und damit auch keine Orte zur Aneignung oder Entwicklung. Alles ist vordefiniert: dort Tischtennis, da Essen und zum Lesen bitte auf die Schaukel für Erwachsene oder ...
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