In den Sitzungszimmern ist die Kassettendecke ein attraktiver Blickfang. Fotos: Aebi & Vincent / Thomas Telley, Adrian Scheidegger

Zwischen roh und edel

Aebi und Vincent Architekten bauen den Berner Sitz der Schweizerischen Nationalbank um. Als Ausweichort bauen richten sie in einem Gewerbehaus drei Bürogeschosse mit Cafeteria ein. Sie entfernen alle demontablen Einheiten, die übrigen Oberflächen bleiben samt Putz- und Farbschichten erhalten.

Aebi und Vincent Architekten bauen den Berner Sitz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Bundesplatz um. Als Ausweichort für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richteten sie in einem Gewerbehaus an der Laupenstrasse drei Geschosse mit Büros und einer Cafeteria ein. Den Spagat zwischen dem Anspruch, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, dabei die Kosten aber tief zu halten, lösten die Architekten mit einer gestalterischen Zuspitzung.Aus den bestehenden Räumen wurden alle demontablen Einbauten entfernt, die übrigen Oberflächen blieben samt Putz- und Farbschichten erhalten. Diese unterschiedlichen Teile wurden mit einer dünnen Farbschicht – Architekt Bernhard Aebi spricht vom «Damenstrumpf» – lasiert und damit optisch homogenisiert. Zu einem Blickfang sind dabei in einigen Räumen die Decken geworden: In den Dreissigerjahren hatte man sie als Kassettendecken mit Hohlkörpern aus Holz und Schilf als verlorene Schalung konstruiert und nun sichtbar belassen.Diesem verbrauchten, aber veredelten Rohbau setzten die Architekten die neuen Einbauten entgegen, die sich sehr präzis und leicht glänzend vom matten Bestand absetzen. Die Trennwände zwischen Korridoren und Büros sind als raumhohe, hölzerne ‹Bilderrahmen› gestaltet, deren Transparenz mit leichten Vorhängen reguliert werden kann. Die konisch ausgestalteten Seitenkorridore mit den abgerundeten Ecken zum Hauptkorridor verbinden sich zusammen mit der abgehängten, silbern schimmernden Decke zu einem starken Raum, der – wie auf einer Baustelle – von einzelnen, abgehängten Glühbirnen erhellt ist. Ebenso schlicht sind die Leuchtstäbe in den Sitzungszimmern gehalten.Im obersten Geschoss, in der Cafeteria, spielen die Architekten mit dem Kontrast zwischen Alt und Neu. Die Grenzen sind hier fliessender. Zum einen ist der Raum weniger klar gefasst und weitet sich bis in den grossen Dachraum. Zum anderen weckt das ...
Zwischen roh und edel

Aebi und Vincent Architekten bauen den Berner Sitz der Schweizerischen Nationalbank um. Als Ausweichort bauen richten sie in einem Gewerbehaus drei Bürogeschosse mit Cafeteria ein. Sie entfernen alle demontablen Einheiten, die übrigen Oberflächen bleiben samt Putz- und Farbschichten erhalten.

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