Darf laut dem Bundesgericht nicht um Neubauten erweitert werden: Insel Ufenau auf dem Zürichsee. Fotos: zVg / Kloster Einsiedeln

Zumthor darf nicht bauen auf der Ufenau

Das Kloster Einsiedeln darf auf der Insel Ufenau keinen Ersatzneubau für die Gastwirtschaft erstellen.

Das Kloster Einsiedeln darf auf der Insel Ufenau keinen Ersatzneubau für die Gastwirtschaft erstellen, entscheidet das Bundesgericht. Der Moorschutz für das Gebiet lasse keine Neubauten zu, so die Richter. Sie stellen sich damit gegen die Vorinstanz, die eine Ausnahme erlaubt hatte.

Im April letzten Jahres hatte das Schwyzer Verwaltungsgericht dem Neubau seinen Segen gegeben. Doch die Organisation «Aqua Viva» zog den Rekurs vors Bundesgericht weiter und erhielt Recht. Die Insel Ufenau gehört zu einer Moorlandschaft und ist besonders geschützt. In Moorgebieten dürfen keine Bauten errichtet werden. Ausgenommen sind einzig Anlagen, die zum Schutz oder der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung dienen. Doch die Bestimmungen zum Moorschutz sehen kein grundsätzliches Veränderungsverbot vor, urteilte das Verwaltungsgericht und erlaubte den Neubau. Es stützte sich dabei auf einen früheren Bundesgerichtsentscheid, der die Einzonung einer Parzellenecke bei einer weitgehend überbauten Siedlung in einer Schutzzone gewährte.

Das Bundesgericht aber differenziert: Ausnahmen seien nur zulässig, wenn eine Baulücke geschlossen oder die Bauzonengrenze arrondiert werde. Beides sei beim Projekt auf der Ufenau nicht der Fall, halten die Richter fest. Das geplante Sommerrestaurant sei ein Neubau, der nicht dem Schutz der Moore diene und also nicht zulässig sei. Mit dem Urteilsspruch vom 16. Dezember 2011 wird die Baubewilligung für das Restaurant aufgehoben. Die Baugesuche für die weiteren geplanten Anlagen weist das Bundesgericht zur Neubeurteilung an den Regierungsrat zurück.

Das Kloster bedauert den Entscheid und ist enttäuscht. Seit rund zehn Jahren arbeitet es am Gesamtprojekt «Ufnau». Der Schweizer Landschaftsschutz und der Schweizer Heimatschutz haben am Projekt von Peter Zumthor mitgewirkt und es «ohne Einschränkungen mitgetragen und unterstützt», wie das Kloster schreibt. Über das weitere Vorgehen hat die Klosterleitung noch nicht entschieden. Das heutige Provisorium für das Restaurant will sie so lange wie möglich weiter betreiben.

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