Zürich hat einen neuen Stadtraum: den Campusplatz. Fotos: Susanne Stauss

Zürichs dichter Stadtbaustein

Zürich hat eine neue Attraktion: Mit grossen Artikeln und Sonderbeilagen begleiteten die Tageszeitungen Ende September die Eröffnung der ersten Etappe der Europaallee neben dem Hauptbahnhof. Denn hier lässt sie sich angeblich besichtigen, die hohe Dichte, als Beispiel für das künftige Leben in der enger werdenden Schweiz. Ein kritischer Rundgang mit Zwischenbilanz.

Die erste Etappe der 
Europaallee ist gebaut. Ein kritischer Rundgang mit Zwischenbilanz.Zürich hat eine neue Attraktion: Mit grossen Artikeln und Sonderbeilagen begleiteten die Tageszeitungen Ende September die Eröffnung der ersten Etappe der Europaallee neben dem Hauptbahnhof. Denn hier lässt sie sich angeblich besichtigen, die hohe Dichte, als Beispiel für das künftige Leben in der enger werdenden Schweiz. Doch all die Aufregung ist — noch — verfrüht. Denn mit dem Baufeld A und dem bald folgenden Baufeld C sind erst zwei Fragmente des Stadtteils fertig, und es lässt sich nur ansatzweise erkennen, wie dicht es hier werden wird. Erst wenn auch anstelle der Gleise 51 bis 54 die Neubauten emporwachsen und die Europaallee vom Projektnamen zu einem beidseitig gefassten Strassenraum wird, dann können wir beurteilen, wie sie wirklich ist, die künftige Stadt.Selbstverständlich ist die bauliche Dichte auch bei der ersten Etappe ein Thema. Architekt Max Dudler hat zwar «nur» ein Haus gebaut. Aber es ist ein grosses Haus mit vielfältigen Nutzungen — und er hat es als ein kleines Stück Stadt komponiert. Die Hauptfront dieser neuen Stadt ist alt: die sechsgeschossige Sihlpost mit ihrer eng befensterten Fassade zur Kasernenstrasse. Dahinter begrenzen drei in Stein und Glas gekleidete Baukörper das Baufeld: Der eine begleitet die Europaallee, der zweite folgt der Lagerstrasse, und der dritte stösst von der Lagerstrasse in die verlängerte Freischützgasse. Im Innern des so definierten Gevierts steht ein weiterer Neubau. Gläsern und alles überragend.Massstabsfragen Die Komposition ist gelungen. Die neuen Stadtbausteine stehen mit der alten Sihlpost in einem Gleichgewicht. Gassen zweigen von den Strassen ab, darin führen Freitreppen in die Höhe. Wer die Stufen überwunden hat, tritt aus der engen Gasse auf den Campusplatz, das Herz der Anlage.Einkerbungen un...
Zürichs dichter Stadtbaustein

Zürich hat eine neue Attraktion: Mit grossen Artikeln und Sonderbeilagen begleiteten die Tageszeitungen Ende September die Eröffnung der ersten Etappe der Europaallee neben dem Hauptbahnhof. Denn hier lässt sie sich angeblich besichtigen, die hohe Dichte, als Beispiel für das künftige Leben in der enger werdenden Schweiz. Ein kritischer Rundgang mit Zwischenbilanz.

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