Das «Atelier Bow-Wow» ist bekannt für seine detaillierten Schnittperspektiven. Ihre Wimmelbilder der Stadt gehen noch einen Schritt weiter.

Wow!

Die ETH Zürich blickt auf zwanzig Jahre «Atelier Bow-Wow» zurück. Sie zeigt die kleinen, aber feinen Bauten der japanischen Architekten und überrascht mit grossartigen Bleistiftzeichnungen.

Das Architekturbüro der beiden Japaner Yoshiharu Tsukamoto und Momoyo Kaijima heisst «Bow-Wow». Schaut man sich ihre Ausstellung an der ETH Zürich an, ruft man allerdings erst: «Wo?» Denn von der Arbeit der Architekten ist in der Haupthalle nichts zu sehen. Stattdessen stehen in der Halle Tische, Stühle und Bänke. Die Architekten geben den Raum den Studenten zurück, statt ihn mit einer Ausstellung zu besetzen. Die Möbel sind im Stile des originalen Mobiliars von Gottfried Semper gebaut, aber eigenartig verzerrt. Die Architekten wollen die alten Formen weiterführen, doch das Resultat vermag nicht zu überzeugen. Das Gegenteil gilt für die eigentliche Ausstellung, die in die Vitrinen in den Korridoren ausgelagert ist. Die Architekten nisten sich gekonnt in den Nischen des Gebäudes ein, ähnlich wie ihre Häuser auch auf der schmalsten Parzelle genügen Platz für Baukunst entfalten. Das Büro beeindruckt mit seinen kleinen Wohnbauten, die es in grossartigen Schnittperspektiven darstellt. In die Enge getrieben, erfinden die Architekten spannende Räume. Ist der Spielraum grösser, nimmt ihre Kraft aber ab, wie etwa das Kulturzentrum «Hanamidori» zeigt. Höhepunkt der Ausstellung sind die riesigen Bleistiftzeichnungen, auf denen die Architekten ein halbes Quartier in überbordender Genauigkeit darstellen. Die Informationsdichte auf den Wimmelbildern ist so hoch, dass man sich kaum sattsehen kann. Da jede Linie von Hand gezeichnet wurde und nicht aus dem Drucker kommt, beeindrucken sie umso mehr. So bleibt dem Besucher zum Schluss nur ein Wort: «Wow!»

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