Der Turm soll den Valser Himmel erobern. Doch viele Fragen dazu bleiben wolkenumhangen. Fotos: zVg

Wolkige Visionen

Remo Stoffel will den Valser Tourismus mit einem Hochhaus für das oberste Prozent retten. Doch statt Antworten zu liefern, warf die Pressekonferenz am Mittwoch in Kloten vor allem Fragen auf.

Eben sind Remo Stoffel und Pius Truffer aus New York zurück gelandet, wo der Besitzer und der VR-Delegierte der 7132 AG gestern der Welt ihre Hochhausträume für Vals präsentiert haben. Heute erklären sie sich der versammelten Schweizer Presse in Kloten, bevor sie am Abend in Vals die grosse Botschaft verkünden. Der Turm soll mit 381 Metern das höchste Gebäude Europas werden, das hatten die Sonntagszeitungen bereits verraten. Trotzdem blickten die Journalisten ungläubig in die Runde. Meint es Stoffel tatsächlich ernst, las man auf ihren Stirnen.Ganz anders die Initiatoren. Sie sind voller Euphorie und wollen nichts weniger als eine neue Ära im Schweizer Fremdenverkehr einläuten. «Der Tourismus ist tot», sagt Pius Truffer. Doch statt sich über die tiefroten Zahlen, das schlechte Wetter oder den starken Franken zu beklagen, brauche es neue Impulse. «Wir verkaufen uns zu billig.» Truffer will darum das Klientel des obersten Prozents ansprechen: die ölreichen Araber, die gasreichen Russen, die neureichen Chinesen. Für diese soll Vals zum Ausgangspunkt für Europareisen werden, ein «Little Dubai» in den Alpen. Das geplante Hotel soll zu den «Top Five in the World» zählen, liest man in der Pressemitteilung. Ziel sind nicht in erster Linie Ferien-, sondern Geschäftsreisende. Sie fliegen mit dem Helikopter rasch von Kloten nach Vals und dann weiter nach Mailand. Mit dem Geld, das sie liegen lassen, will Truffer hundert neue Arbeitsplätze schaffen. «Im Zentrum stehen nicht die Natur, sondern die Bergler, die da oben bleiben wollen.»Für diese Luxusstrategie entwarf der amerikanische Architekt Thom Mayne ein phallisches Symbol aus Glas und Beton. Der Turm steht an der Strasse – und nicht im rutschgefährdeten Hang, erklärt Stoffel. «Femme de Vals» nennt er das Gebäude in Anlehnung an die Skulpturen von Alberto Giacometti. Denn der Bau wird nicht nur hoch, sondern m...
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Remo Stoffel will den Valser Tourismus mit einem Hochhaus für das oberste Prozent retten. Doch statt Antworten zu liefern, warf die Pressekonferenz am Mittwoch in Kloten vor allem Fragen auf.

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