Das Grüne Haus in Zürich-Hottingen verschwindet in den Bäumen und es integriert die Kamine und die Drittelsregel im Attikageschoss. Fotos: Roland Bernath

Wohngewächs aus Stein

EMI Architekten bauen kohärent und vieldeutig, verspielt und ernsthaft. Ihr Grünes Haus in Zürich-Hottingen verwebt Basalt, Blätterwerk und Bürgerwohnen.

Im Zürcher Quartier Hottingen steht ein grünlich schimmerndes Haus. In zahllosen Winkeln zeichnet es ein vierarmiges Polygon in den Stadtplan. Lebhaft springt seine Silhouette auf und ab. Dennoch fügt es sich in seine Umgebung. Innen geht das Winkelspiel weiter. Sich öffnende und schliessende Raumfolgen schaffen vielfältige Wege und Blickbezüge. Auch ohne schwere Materialien und klassische Raumgeometrien sind die Wohnungen gediegen. Nebenan stehen zwei weitere Häuser, eine umgebaute Villa und ein neues Atelierhaus. Die drei Bauten sind mehrdeutig und wirken trotzdem selbstverständlich. Wie kamen die Architekten zu diesem Ergebnis? Auf der Suche nach Antworten ist der Entwurfsprozess in Hottingen so aufschlussreich wie das Resultat. Er türmt ein Theoriegebäude auf und baut es beherzt um, führt durch Natur und Architektur, berührt Sinnliches und Pragmatisches, streift Fragen des Bauens und Wohnens. Diese Architektur strickt eine vieldeutige Gedankenwelt und bringt sie auf den Boden des Bauens – sie macht aus Ideen Architektur.Collage der StadtstrukturIm Quartier Hottingen, im Hang oberhalb des Zürichsees, stehen Gründerzeitvillen neben Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Bauten wie dem Kinderspital oder die Kantonsschule Rämibühl von Eduard Neuenschwander. Freiräume verbinden die heterogene Baustruktur. Hier liegt der Iris-Park im Eigentum der Metzger-Versicherungen Genossenschaft. Auf der Liegenschaft stand nur eine Villa aus der Gründerzeit. Die Genossenschaft suchte einen Entwurf für eine Verdichtung mit Wohnungen mit drei- bis viereinhalb Zimmern und einem Mietzins von maximal 5000 Franken. 2011 schrieb sie dafür einen Wettbewerb aus. EMI Architekten aus Zürich gewannen ihn mit ihrem Entwurf eines «collageartigen Abbilds der Stadtstruktur». Sie stricken die Vielfalt des Quartiers fort. Sie bauten die Villa um und ein neues Atelierhaus dazu – ein Paar im gl...
Wohngewächs aus Stein

EMI Architekten bauen kohärent und vieldeutig, verspielt und ernsthaft. Ihr Grünes Haus in Zürich-Hottingen verwebt Basalt, Blätterwerk und Bürgerwohnen.

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