Universität Liechtenstein: Die Zahl der Studierenden ist tiefer als erwartet. Fotos: vaduz.li

Wirbel um Zahlen der Universität Liechtenstein

Seit vier Jahren hat die Hochschule Liechtenstein den Status einer Universität mit einer Fakultät Architektur und Raumentwicklung. Doch die Studentenzahlen nehmen ab – was zu einem Wirbel um Subventionen geführt hat.

Zwischen 650 und 800 Studierende sollen in den beiden Fakultäten Architektur und Raumentwicklung sowie Wirtschaft und Finance der Universität Liechtenstein in Vaduz unterrichtet werden. Dafür – so sieht es die Leistungsvereinbarung mit der fürstlichen Regierung vor – bekommt die Institution staatliche Beiträge in der Höhe von 14,8 Millionen Franken pro Jahr. Bei der Unterschrift unter die Vereinbarung war die Uni davon ausgegangen, dass die Zahl der Studierenden weiter steigen werde.

Als bekannt wurde, dass zur Zeit nur etwas mehr als 530 Studierende immatrikuliert sind, kam es zu einer politischen Debatte im Parlament, dem Liechtensteiner Landtag. Dort wurde kritisiert, dass unterschiedliche Zahlen vorliegen. Inzwischen hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG die Sache untersucht und festgestellt, dass unterschiedliche Stichtage der Grund für die Differenzen waren. Den Vorwurf, den Regierungsrätin Aurelia Frick vor dem Parlament äusserte, die Universität habe die Zahlen manipuliert, entkräftigten die Prüfer.

Wegen der tieferen Studentenzahlen hätte die Uni dem Staat eigentlich 1,3 Millionen Franken zurückzahlen müssen. Weil sie dadurch aber in finanzielle Nöte gekommen wäre, drückte die Regierung die Studierendenzahl in der Leistungsvereinbarung auf 500, rückwirkend auf Anfang 2014.

Seitens der Universität wird eingeräumt, man sei zu optimistisch gewesen. Im Herbst 2014 hätten sich zwar 240 Interessierte angemeldet, davon hätten aber 80 das Studium nicht aufgenommen. Dieses Phänomen sei neu, zumal in Vaduz mit allen Studierenden Aufnahmeverfahren durchgeführt werden. Bisher habe man die Eintritte gut abschätzen können. Der Grossteil der Studierenden stammt aus Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Rund ein Viertel kommt aus insgesamt 40 verschiedenen Ländern.

Jetzt wurden Sofortmassnahmen beschlossen: Zwei vakante Lehrstühle werden nicht besetzt, das Aufnahmeverfahren wird gelockert, mehr berufsbegleitende Angebote und Weiterbildungskurse für die regionale Wirtschaft sind geplant.

Schliesslich muss auch die Leitung der Universität neu besetzt werden. Rektor Klaus Näscher geht demnächst in Pension.

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