Ein Industriebau, bei dessen Gestaltung nichts dem Zufall überlassen wurde. Fotos: Georg Aerni

Wie das Kraftwerk in den Wald kam

Wie ein Supertanker ragt die Energiezentrale Forsthaus in Bern aus dem Waldstreifen zwischen der SBB-Linie Bern–Freiburg und der Autobahn empor. 310 Meter lang und bis zu 70 Meter hoch ist das Gebäude. Es schluckt nicht nur Abfall, auch Bäume mussten weichen.

Die Energiezentrale Forsthaus in Bern schluckt nicht nur Abfall. Bäume mussten weichen.Wie ein Supertanker ragt die Energiezentrale Forsthaus in Bern aus dem Waldstreifen zwischen der SBB-Linie Bern–Freiburg und der Autobahn empor. 310 Meter lang und bis zu 70 Meter hoch ist das Gebäude. Graber Pulver Architekten wollten die Prozesse im Inneren einer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) aussen sichtbar machen, weshalb sie in ihrem Wettbewerbsprojekt «Sojus» die einzelnen Komponenten kurzerhand aneinanderreihten. Im Lauf der Planung wurde aus der KVA mit zwei Verbrennungslinien die Energiezentrale Forsthaus, eine Kombination aus Kehrichtverwertungsanlage, Holzheizkraftwerk und 
Gas- und Dampfkombikraftwerk. Im Vollbetrieb verbrennt die Anlage nicht nur den Abfall von Bern und 22 umliegenden Gemeinden, sie produziert auch rund die Hälfte des Stroms, den die Stadt benötigt. Das architektonische Konzept war robust genug, den Wandel von der KVA zur Energiezentrale mitzumachen. Dass die Prozesse in Wirklichkeit nicht so linear ablaufen, wie die Aufreihung der Komponenten glauben macht, ist sekundär: Wir mögen es, wenn komplizierte Vorgänge einfach dargestellt sind.
Für Mensch und Technik Graber Pulver 
Architekten und die Ingenieure haben ein eindrückliches Werk geschaffen, das nicht nur seinen Zweck erfüllt, sondern auch ein sehenswertes Stück Architektur geworden ist. Beton ist das vorherrschende Material; Sockel und Kehrichtbunker sind in Ortbeton ausgeführt, die Hallen der 
Verfahrenstechnik hingegen sind aus Betonelementen gefügt. So ist die Anpassungsfähigkeit an künftige Entwicklungen gewährleistet. Die Architekten hatten zwei Massstabsebenen zu bewältigen: Einerseits ist die Energiezentrale ein riesiges Industriegebäude, in dem die Technik dominiert 
und das auf Distanz zum Menschen geht. Andererseits ist sie aber auch Arbeitsort für zahlreiche ...
Wie das Kraftwerk in den Wald kam

Wie ein Supertanker ragt die Energiezentrale Forsthaus in Bern aus dem Waldstreifen zwischen der SBB-Linie Bern–Freiburg und der Autobahn empor. 310 Meter lang und bis zu 70 Meter hoch ist das Gebäude. Es schluckt nicht nur Abfall, auch Bäume mussten weichen.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?