Das Hochhaus am Platz der Nationen in Genf hat Zuwachs bekommen: einen grossen Konferenzsaal, verkleidet mit Holzschindeln. Fotos: David Matthiessen

Weiche Welt

Behnisch Architekten lassen in Genf den Konferenzsaal einer internationalen Organisation abheben. Das Gebäude ist präzis konstruiert, aber beliebig gedacht.

‹Leicht und beinahe schwebend› – unterwegs in Genf katapultieren mich diese Worte zwanzig Jahre zurück. Damals studierte ich in Deutschland Architektur, und ‹leicht und schwebend› war so ziemlich alles, was man in der unteren Landeshälfte baute. Wir nannten das ‹süddeutschen Freistil›. Die Glashäuser der Behnisch-Schule wollten die Welt sorgenfrei und heiter machen. Ihre diffusen Formen, so meinten damals der Darmstädter Professor Günter Behnisch und seine Epigonen, wurden der Pluralität einer Demokratie besser gerecht als rechtwinkliger Stein. Doch diese Häuser der Neunzigerjahre hatten nicht mehr die Kraft der olympischen Zeltdächer in München von 1972, sondern reduzierten das Demokratische irgendwann auf transparente Glasfassaden, verschiedenfarbige Sesselpolster oder Sternenhimmel aus Deckenleuchten. Die Frische des Neuen erstarrte zu Ideologie.«Leicht und beinahe schwebend», so preist die Pressemeldung das neuste Werk von Behnisch Architekten an, dem Büro von Günters Sohn Stef...
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Behnisch Architekten lassen in Genf den Konferenzsaal einer internationalen Organisation abheben. Das Gebäude ist präzis konstruiert, aber beliebig gedacht.

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