Unter dem Schlafzimmer, dem Bad un dem sie verbindenden Steg bilden sich niedrige Raumbereiche. Fotos: Ralph Feiner

Webcam statt Webkeller

Trotz engen Regelkorsetts baute Hubert Bischoff 
ein altes Appenzellerhaus neu. Die Frage bleibt: Ist die Landschaft so zu retten?

Durch das Panoramafenster des Schlafzimmers geht der Blick über den glänzenden Bodensee. Die Raumproportionen erzeugen eine angenehme 
Stimmung und Geborgenheit. Alle Oberflächen sind bis zum Giebel aus hellem, astfreiem Holz, getäfert mit acht Zentimeter breiten und zwei Zentimeter starken Latten. Wie das Schlafzimmer ist auch das gegenüberliegende Bad als freie Raumeinheit unter das Dach eingebaut, ein Steg verbindet die beiden Zellen. Über eine einläufige Treppe gelangt man nach unten ins Hochparterre, zum Eingang, zur offenen Küche und zum Ess- und Wohnbereich mit Cheminéeofen. Wenige Stufen nehmen den Geländeverlauf auf. Verstärkt wird die räumlich offene Komposition, die aus einem Block herausgeschnitten scheint, durch die ausschliessliche Verwendung von astfreier Weisstanne und eine beeindruckend präzise handwerkliche Verarbeitung. Jede Ecke ist scharfkantig und auf Gehrung geschnitten. Die feine Maserung des Holzes findet bei den Einbaumöbeln ihre Fortsetzung und umschliesst sogar die frei stehenden Stützen. Die perfekte homogene Bekleidung der Oberflächen entmaterialisiert den Raum. Drei grossformatige, sorgfältig gesetzte Öffnungen inszenieren die facettenreiche Landschaft. Holzbau hat in Appenzell Ausserrhoden Tradition. Dieser hier besteht aus vorgefertigten Elementen, die wie Puzzleteile mit dem Helikopter zur Baustelle geflogen wurden. Nach einem halben Tag waren sie montiert, was die Baustelleneinrichtung auf ein Minimum reduzierte.Kulturelles Erbe Einst stand an dieser Stelle ein Bauernhaus. Etwas abseits der umliegenden Weiler befindet sich die Parzelle in der Landwirtschaftszone (Nichtbauzone) an exklusiver Lage. Dreiseitig von einem ansteigenden Hang und einem Wald umgeben öffnet sich die Nische Richtung Norden und bietet eine weite Aussicht. Das rund 130-jährige Gebäude entsprach dem weit verbreiteten Typ des Kreuzfirsthauses: das Wohnhaus in ...
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Trotz engen Regelkorsetts baute Hubert Bischoff 
ein altes Appenzellerhaus neu. Die Frage bleibt: Ist die Landschaft so zu retten?

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