Simon Frommenwiler, Tilo Herlach und Simon Hartmann - viele weitere Porträts in der Bildergalerie (auf das Bild klicken). Fotos: Christian Aeberhard

Warum lachen Architekten nicht?

Warum lachen Architekten nicht? Eine Betrachtung 
der Bilder im Buch «Architekturdialoge» 
und eine soziolgische Spekulation.

Architekt ist ein schwerer Beruf, Architekten lachen nicht. Dieser Eindruck bleibt nach der Lektüre des Buches «Architekturdialoge», das das Departement Architektur der ETH Zürich jüngst herausgegeben hat. 51 Architekten und 7 Architektinnen aus dreissig Ateliers schildern darin ihre Selbst-, Berufs-, Schweiz- und Weltbilder. Den Gesprächen sind Porträtbilder vorangestellt. Oft Halbkörperstudien in einer Alltagssituation vom Benzintanken übers Marroni-Essen bis zum Einkaufen. Und es ist frappant: Nur den drei Baslern Tilo Herlach, Simon Frommenweiler und Simon Hartmann sitzt der Schalk im Nacken.Francesco Buzzi, Andreas Fuhrimann, Michele Arnaboldi schmunzeln, Peter Zumthor lächelt weise und Daniel Niggli ist vergnügt. Fünfzig Porträts aber führen Variationen des Ernstes vor. Kühn und entschlossen blickt Valerio Olgiati über seinen weissen Ferrari hinauf zur linken Bilderecke. Ihre Stirne in Sorgenfalten legen Peter Märkli und Mario Botta, der mit verschränkten Armen den Ernst der Lage unterstreicht. Pierre de Meuron und Jacques Herzog senken ihre Blicke unter geschürzten Augenbrauen und lassen sie präzise in der Mittelachse des Bildes kreuzen. Traurig schaut Roger Diener am Betrachter vorbei und mit melancholischem Blick erörtert Gion Caminada mit dem Metzger Linus Tomaschett das Wetter. Andere wenden den Blick ganz aus dem Bild in den Himmel oder zu Boden, haben die Schultern eingezogen oder lassen wie Luigi Snozzi das Auge verklärt in die Ferne schweifen. Und wenn selbst Annette Gigon, die ja so heiter lachen kann, das Lachen vergangen ist, muss die Lage der zeitgenössischen Architektur in der Schweiz ernst sein. Doch lesen wir die Gespräche, ist sie das keineswegs. Viel Zuversicht und reiches Selbstbewusstsein, gewachsen an der Güte der Architektur in der Schweiz der letzten Jahre, werden erzählt. Warum also kein Lachen, warum so wenig Heiterkeit?D...
Warum lachen Architekten nicht?

Warum lachen Architekten nicht? Eine Betrachtung 
der Bilder im Buch «Architekturdialoge» 
und eine soziolgische Spekulation.

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