Der Holzanbau in Liestal nutzt das Fundament der abgerissenen Garage. Fotos: Roland Bernath

Wachsend schrumpfen

Auf dem Fundament einer Garage erweiterten Manz Schmid Architekten eine Heimatstilvilla zur Praxisgemeinschaft. Ein heiterer Reigen aus mit weisser schwedischer Schlammfarbe gestrichenen Schindeln, gedrechselter Holzsäule, Kupferdach und roten Ausstellstoren. Das Unverkrampfte und Selbstverständliche ist bemerkenswert, denn die jungen Architekten studieren noch.

Sieben Ärzte arbeiten in Liestal in einer psychotherapeutischen Praxisgemeinschaft in einer umfunktionierten Heimatstilvilla von 1913 zusammen. Bei einer künftigen Verkleinerung der Praxis soll die Villa schrittweise in die ursprüngliche Wohnnutzung zurückgeführt werden.Die beiden jungen Architekten Lukas Manz und Andreas Schmid rissen eine im Südwesten angebaute, ungenutzte Garage ab und verwendeten deren Fundament für einen zweigeschossigen Holzbau. Dieser legt sich sanft über einen in den Dreissigerjahren errichteten Salonanbau im Garten. Subtil ordnend stellt der Anbau dem säulenbestandenen Haupteingang der Villa einen zweiten zur Seite. Die massive, gedrechselte Holzsäule markiert den Weg ins neue Wohnhaus. Im Erdgeschoss finden sich Garderobe, Bad und ein Schlafzimmer mit Zugang zu einem abgesenktem Patio. Dass die intimen Räume um den Eingangsbereich liegen, irritiert. Im Obergeschoss, am Ende der hölzernen Treppe, hat man das aber schon vergessen. Hier überrascht ein lichter, hoher Wohn- und Essraum, der sich zum Garten hin nach oben treppt. Die Küche besetzt bereits einen Teil der Villa, von hier soll später die Anbindung weiterer Zimmer erfolgen. Anders als im Erdgeschoss, wo ein geschliffener Unterlagsboden alle Räume mural verbindet und an die alte Garage erinnert, präsentiert sich oben der Holzbau und zitiert mit Fensterbändern den Annex aus den 1930er-Jahren.Der Neubau hat einen angenehm heiteren Ausdruck, der Eingriff spielt den Reigen mit, den die Villa und ihre Anbauten vorgeben. Die weissen, mit schwedischer Schlammfarbe gestrichenen Schindeln der Fassade, die kupfernen Dächer, die gebogenen Geländer und die roten Ausstellstoren sind neue Zutaten im Heimatstilkonglomerat der Villa, wirken aber überzeugend und vertraut. All das ist unverkrampft und selbstverständlich gefügt, was umso bemerkenswerter ist, sind Lukas Manz und Andreas Schmid doch noch...
Wachsend schrumpfen

Auf dem Fundament einer Garage erweiterten Manz Schmid Architekten eine Heimatstilvilla zur Praxisgemeinschaft. Ein heiterer Reigen aus mit weisser schwedischer Schlammfarbe gestrichenen Schindeln, gedrechselter Holzsäule, Kupferdach und roten Ausstellstoren. Das Unverkrampfte und Selbstverständliche ist bemerkenswert, denn die jungen Architekten studieren noch.

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