Schwarze Zurückhaltung: Hinter den Vorhängen wird nicht laut präsentiert, sondern dezent beraten.

Vorhang auf!

In Zürich findet dieser Tage erstmals die Messe «Architect@Work» statt. Trotz des Untertitels «architect meets innovation» bietet sie kaum grosse Neuheiten, dafür Beratung in gediegener Atmosphäre.

Die Baufachmesse «Architect@Work» ist schon durch halb Europa getourt. Dieses Jahr macht sie zum ersten Mal in Zürich Halt. Wer sie besucht, ist erst überrascht. Statt mit drögem Messegroove zu langweilen, holt sie die Besucher mit edlem Ambiente ab: Schwarze Vorhänge hüllen die 140 Stände ein, weisse Kugellampen weisen den Weg und zwischen den Ausstellern liegen eisgekühltes Wasser und Häppchen bereit. Das Messelayout von «C4 - Creative Fo(u)r» wirkt gehoben und dezent. Die Orientierung fällt im uniformen Design allerdings schwer und die Aussteller haben nur eine Ecke, um sich zu präsentieren. Die Messe verspricht «Novitäten», ein Ausschuss beurteilte den Innovationswert jedes ausgestellten Produkts. Doch der Untertitel «architect meets innovation» hält nicht, was er verspricht. Hinter der schönen Kulisse verbergen sich vor allem Innovatiönchen. Um grosse Neuheiten zu verkünden, eignet sich der enge Platz ohnehin nicht. Das intime Ausstellungskonzept fördert viel mehr die Beratung. Im geschützten Rahmen informieren sich Architekten über Klinker und Tapete, Beschläge und Fenster, Licht und Schatten. Wer mehr über ein Produkt erfahren will, ist in der beschaulichen Messe gut aufgehoben. Wer dem neusten Schrei hinterherrennt, geduldet sich besser bis zur Swissbau im nächsten Jahr. Die meisten Firmen sparen sich ihre grossen Knüller für Basel auf.

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