In der Maag Halle in Zürich präsentieren sich rund 70 Architekturbüros aus der Schweiz.

Utopien, Experimente und viele Pläne

An der Werkschau «Architektur 0.13» sorgen die jüngeren Büros für frischen Wind. Die meisten Architekten stellen ihre Projekte aber nur mit ein paar Plänen und Bildern vor, mehr nicht.

In der Maag Halle in Zürich stehen sie wieder: Die Styroporklötze, auf denen die Architekten ihre Wahre (sprich ihre Projekte) feilbieten. Der Zürichüberhang ist auch an der diesjährigen «Architektur 0.13» gross, doch den Veranstaltern gelang es, ein paar Büros von weiter weg von Lugano über Sion bis Lausanne zu engagieren. Aufgemischt haben die Macher der Werkschau aber vor allem die Altersstruktur. Neben den vielen gestandenen Büros findet man einige jüngere Talente oder sogar Studenten. Diese haben zwar noch kaum etwas gebaut, dafür haben sie frische Ideen. Und die Bandbreite ist dieses Jahr grösser, neben Architekten sind auch einige Künstler, Designer oder Stadtforscher dabei.

Tom Strala stellt das hunzkomune Giebelhaus wortwörtlich auf den Kopf, verzieht und verdreht es und wehrt sich so gegen die Konventionen. Auch Pe Hadzi-Manovic langweilen die Standardlösungen. «Die meiste aktuelle Architektur gleicht einem mutlosen Streber», schreibt er. Daneben legt er Aufkleber auf, die man auf die nächste öde Fassade klatschen kann, um den Bauten so als charakter- und mutlos abzustempeln. Auch andere suchen die Irritation. Die Künstlerin Zeljka Marosevic bastelt am Tisch Modelle, die sich zu einem Gewusel auftürmen. An der Wand kleben Klein & Kühne den endlosen Grundriss zusammen. Und bei Mickry 3 wuchert eine pinke Stadtlandschaft als Gemüsegarten, der Prime Tower wird zur Aubergine. Die Botschaft: Die Stadt der Zukunft soll spontan, selbstbestimmt sein.

Neben den kleinen Kreativen ist auch die grosse ETH dabei, und zwar gleich mehrfach. Der Urban Think Tank zeigt seinen Film «Gran Horizonte» über die Megastädte dieser Welt. Die ETH-Dozenten Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger haben eine Säule aus Sandstein gedruckt. Und die Professur Gramazio Kohler lässt fliegende Roboter Steine aufschichten – allerdings nur im Video. Mitten in der Halle ragt eine Holztreppe in die Luft und endet in der Leere. Von dort hat man den Überblick und erkennt etwas ernüchtert: Die meisten Büros präsentieren sich auch dieses Jahr mit ein paar Bildern und Plänen, mehr nicht. Daniel Hunziker zeigt als einiger der wenigen ein riesiges Modell einer Kirche aus Holz, die sich als Spirale nach innen kehrt und doch den Blick nach aussen erlaubt. Noch mehr Spektakel macht die Inszenierung des Busdachs in Aarau von Vehovar & Jauslin, das hell erleuchtet auf einem transparenten Kubus sitzt. Daneben wirken die Styroporblöcke der anderen noch eine Spur gewöhnlicher.

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