Im Untergrund ist Platz für Infrastruktur: Zugangsstollen zur Kavernenzentrale Ferrera. (© Luca Zanier Photography, Zürich)

Unten durch

Das Museum für Gestaltung in Zürich gräbt in die Tiefe. In einer vielfältigen Schau zeigt es auf, warum wir Tunnels bohren und wie Architekten ohne Tageslicht gestalten.

Das Museum für Gestaltung in Zürich gräbt in die Tiefe. In der Ausstellung «Unterirdisch. Das Spektakel des Unsichtbaren» erforscht Kurator Andres Janser die Tiefbauten in der Schweiz und insbesondere in Zürich. Die Schau thematisiert die Gründe fürs Graben, die Gestaltung und Nutzung der Bauwerke, aber auch die gesellschaftliche Bedeutung der Unterwelt. Die Schweizer sind Weltmeister im Löcher graben, dennoch ist es das erste Mal, dass eine Ausstellung den Untergrund so breit ausleuchtet. Gleichzeitig ist es vorerst die letzte Schau im Museum für Gestaltung. Im Herbst zieht das Museum ins Toni-Areal, während der Bau an der Ausstellungsstrasse saniert wird.  Schon die Szenografie von Graber Pulver Architekten erinnert an ein Untergeschoss. Die Architekten unterteilen die Ausstellungshalle in einen fiktiven Keller, der sich labyrinthisch verzweigt. Doch wie zeigt man Bauwerke, die keine äussere Erscheinung haben? Karim Noureldin fasst das Unsichtbare in Holz: Er präsentiert alle U-Bahn-Stationen von New York im Volumenmodell. Stärker auf die Praxis ausgerichtet ist der Londoner U-Bahn-Plan von Heny Charles Beck aus dem Jahr 1933, der weltweit zur Vorlage für Verkehrspläne wurde, auch für die VBZ. Verkehrsbauten packt man gerne unter den Boden, dort stören sie niemanden. Doch die Ausstellung verweist auch auf ein Umdenken: Viele Fussgängerunterführungen wurden in Zürich wieder aufgehoben, dafür sollen ab 2017 die Autos in Schwamendingen endlich unter den Deckel. Die Ausstellung zeigt die ganze Palette an Bauten, die wir im Boden einrichten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Bunkern und Parkhäusern gehören dazu auch Labors, Notspitäler oder Schwimmbäder. Die architektonischen Strategien im Untergrund sind divers. Gigon/Guyer greifen bei ihrem Hörsaal für die Uni Zürich in den Farbkübel, Tilla Theus richtet für die Fifa einen dunklen Konferenzsaal à l...
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