In diesem Gebäude in Aarau ist eine Freimaurerloge. Foto: Michael Peuckert Fotos: zVg

Unauffällige Bauten: Freimaurerlogen

Es gibt sie, aber sie machen sich unauffällig: Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte präsentiert einen Bildband über die wichtigsten Freimaurerlogen in der Schweiz.


Es gibt sie, aber sie machen sich unauffällig: Die Logen der Freimaurer. Nun präsentiert die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte einen Bildband über die 24 wichtigsten Logen in der Schweiz. Den Anstoss bildete die Ausgabe «Kryptische Architekturen» in Kunst + Architektur 2011 – eine Ausgabe, die schnell vergriffen war und Lust auf weitergehende Recherchen machte.

Freimaurer? Ursprünglich vereinten sich darin die Kathedralbaumeister. Ab 1736 erlaubte es die spekulative Freimaurerei erst in Genf, vier Jahre später in Zürich, auch Vertreter anderer Berufsgattungen aufzunehmen. Heute gibt es über achtzig ausschliesslich männliche Logen, die der im Juni 1844 gegründeten Grossloge Alpina angeschlossen sind. Verschwiegenheit gehörte zum Selbstverständnis, denn die Freimaurer wurden über Jahrhunderte von den unterschiedlichsten Regierungen verfolgt und von der katholischen Kirche verboten.

Die Bauten der Freimaurer folgen keinem  bestimmten Typus. Mit wenigen Ausnahmen unterscheidet sich ein Logengebäude kaum von benachbarten Bauten – es sei denn durch die Zeichen von Winkelmass und Zirkel oder eines Tympanons mit Pentagramm. Grösser sind die Unterschiede im Innern: Grossformatige Bilder zeigen typische Elemente wie die Tafelzimmer mit Bar vor dem Bankett- oder Konferenzsaal, den Vorhof vor dem Tempel oder die Kammer des stillen Nachdenkens. Das grosse, mit einer Sternendecke überdachte Schiff des Tempels führt auf der Ostseite zum erhöhten Meistertisch. Im Westen ist der Vorhof, im Eingang stehen die Säulen Jachin und Boas, gefolgt von Bank- oder Stuhlreihen für die Lehrlinge auf der Nord-, für Gesellen und Meister auf der Südseite.

Der Blick in die «kryptischen» Räume lässt etwas von der Inszenierungsfreude ahnen, ohne die kein Kult auskommt – wie sehr er sich auch auf die Ratio stützt. Und: je unauffälliger gegen aussen, desto prachtvoller die Räume im Innern, so scheint es.

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Kommentare

Manuel Pestalozzi 28.11.2014 09:29
In Kuba sind Freimaurerlogen bis heute in vielen grösseren und kleineren Städten noch heute sehr präsent. Siehe https://www.google.ch/search?q=Cuba+logia+mas%C3%B3nica&biw=1236&bih=848&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=ODF4VIzbIoqsPZbpgLAF&ved=0CDYQsAQ und https://leonlibredecuba.wordpress.com/2013/06/18/el-acoso-comunista-a-la-masoneria-cubana/
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