Tagungsort: Die Kantonsschule Hardwald, das Hauptwerk von Funk & Fuhrimann Architekten aus dem Jahre 1973.

Um den heissen Beton reden

Der Schweizer Heimatschutz rief zur Tagung «Bauten 1960-80: Aufbruch, Abbruch, Umbruch?» in die Kantonsschule Hardwald nach Olten. Der Bau von 1973 zeigte eindrücklich, was die Architektur der Boomjahre drauf hat. Doch die drängendsten Fragen blieben unbeantwortet.

Die Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne haben keinen leichten Stand, so schwer ihr Beton auch wiegt. Die vorölkriselnden Fassaden vergeuden Energie, die Sanierung des Sichtbetons kostet Geld und die Öffentlichkeit ruft: «Betonburg! Rostlaube!» Gefragt sind also konkrete Lösungen und dies bald, denn mit jedem Jahr rücken mehr Umbauten den Gebäuden auf den Leib. Der Schweizer Heimatschutz versprach deutliche Worte, als er diese Woche zur Tagung «Bauten 1960-80: Aufbruch, Abbruch, Umbruch?» nach Olten lud. Wie baut man Vorurteile ab? Wer bestimmt über den Erhalt? Wie setzt man die Renovationen um? Die Fragen brennen unter den Nägeln, die Tagung war entsprechend seit Wochen ausgebucht. Doch Antworten hörte man in Olten nur wenige. In erster Linie blickten die Referenten zurück und berichteten über die ersten Nationalstrassen, die imposanten Brücken von Maillart bis Menn oder die Betonskulpturen eines Max Vogts für die SBB. So erfuhren die Zuhörer gut präsentiert, was sie schon wussten: Die Bauwerke aus jenes Zeit sind Kulturgüter. Wie schwierig es ist, sie zu erhalten, erklärte Isabel Haupt, stellvertretende Denkmalpflegerin des Kantons Aargau. Sie plädierte für Aufrufe, Petitionen und Demonstrationen, um das öffentliche Interesse glaubhaft zu machen. «Die Bauten brauchen Schutz, aber auch Freunde – von welcher Seite auch immer», so Haupt. Auch die Podiumsdiskussion drehte sich um die Schwierigkeiten der «rollenden Denkmalwerdung». Die Architekturgeschichte sei unkoordiniert, die Auswahl an Bauten gross, das Interesse für lokale Objekte bei Archiven oder Museen klein. Wie man im Renovationsalltag aber vorgeht, wurde nicht angesprochen, obwohl der Veranstaltungsort die besten Fragen dazu lieferte. Der Heimatschutz tagte in der Kantonsschule Hardwald, die Funk & Fuhrimann Architekten 1973 behutsam in den Wald gelegt hatten: ein imposanter Betonpalast, der vor ...
Um den heissen Beton reden

Der Schweizer Heimatschutz rief zur Tagung «Bauten 1960-80: Aufbruch, Abbruch, Umbruch?» in die Kantonsschule Hardwald nach Olten. Der Bau von 1973 zeigte eindrücklich, was die Architektur der Boomjahre drauf hat. Doch die drängendsten Fragen blieben unbeantwortet.

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