Therme Vals: Fragwürdige Methoden der Stoffel-Gruppe

«Eindeutig parteiisch und tatsachenwidrig» habe der Verwaltungsrat die beiden Offerten zur Übernahme der Therme Vals präsentiert, schreibt Martin Stuber in einem Leserbrief. «Statt sich unvoreingenommen für die Interessen der Therme und deren Besitzerin – der Gemeinde Vals – einzusetzen, wurde deutlich, wie sehr die beiden Verwaltungsräte Stephan Schmid und Arnold Huber im Sold von Remo Stoffel stehen».

Wir publizieren einen Leserbrief von Martin Stuber, Eigentümer im Haus Selva in Vals:

Der erste Anlauf, die Therme Vals im Handstreich zu übernehmen, ist im vergangenen September gottseidank gescheitert. Zur Erinnerung: Mithilfe des Therme-Verwaltungsrates wollte der Immobilienhai Remo Stoffel, gegen den mindestens drei Strafverfahren hängig sind, sich die Valser Perle für eine Million Franken unter den Nagel reissen. Die Valser liessen sich nicht übertölpeln.

Auf Initiative von einigen engagierten Valserinnen und Valsern fand sich eine Investorengruppe, welche zusammen mit Peter Zumthor am 27. Januar in der überfüllten Turnhalle ein überzeugendes Angebot vorstellte. Wäre an diesem Abend abgestimmt worden, es hätte eine deutliche Mehrheit dafür gegeben. Stoffel musste also nachziehen mit einer nachgebesserten Offerte, die sich einmal mehr als Mogelpackung entpuppte. Am letzten Freitag wurde diese in einer wiederum gut gefüllten Turnhalle vorgestellt. Dabei spielte der besagte Therme-Verwaltungsrat abermals eine ganz üble Rolle. Statt sich unvoreingenommen für die Interessen der Therme und deren Besitzerin – der Gemeinde Vals – einzusetzen, wurde deutlich, wie sehr die beiden Verwaltungsräte Stephan Schmid und Arnold Huber im Sold von Remo Stoffel stehen. Sie präsentierten einen Vergleich der beiden Offerten, der eindeutig parteiisch und tatsachenwidrig war. Kein Wunder, denn Stoffel hat den beiden einen Sitz im Verwaltungsrat garantiert, wenn er die Therme bekommt. Was vom VR-Präsidenten Stephan Schmid als «Kontinuität» verkauft wird, kann diplomatisch ausgedrückt als monetäre Abhängigkeit bezeichnet werden, etwas weniger diplomatisch als gekauft.
Ein Beispiel, mit welchen skandalösen Methoden der VR die Offerte Zumthor schlecht macht und die von Stoffel anpreist, sind die Einschränkungen während des Neubaus des Hotels. Während bei Stoffel gesagt wurde, dass der Betrieb überhaupt nicht beeinträchtigt werde, so malte VR Huber beim Projekt Zumthor den Teufel an die Wand: Es gebe eine Hotelschliessung mit Entlassungen. Auf die kritische Nachfrage des Schreibenden musste sodann sogar der Stoffel-Kompagnon Pius Truffer zugeben, dass es bei beiden Projekten Einschränkungen während der Bauphase gebe. Was er nicht sagte: Dass die Bauphase beimErsatz des bestehenden Hotels (Projekt Zumthor) wohl kürzer wäre als bei einem Zusatzbau, der in den bestehenden Hotelkomplex – der zudem noch saniert werden müsste! - integriert werden muss. Also eigentlich ein Plus für das Projekt Zumthor.

Aber wie uns zu Ohren gekommen ist, wird mit dieser vermeintlichen Hotelschliessung von den Stoffel-Befürwortern unter dem Therme-Personal Stimmung gegen das Projekt Zumthor gemacht – leider nicht der einzige Skandal in dieser Geschichte. Ich vertraue darauf, dass die Valserinnen und Valser die beiden Offerten nüchtern beurteilen werden, dann wird das Resultat eindeutig sein.
Martin Stuber, Zug, Eigentümer im Haus Selva, Vals, 13.2.2012

Kommentare

R. Stieber 16.02.2012 18:21
Vielen Dank für diesen sehr guten und den Tatsachen entsprechenden Artikel ! Ich hoffe für die Valser dass Sie sich schon im Vorhinein für dass offensichtlich ehrlichere, und nicht für das Augenscheinlich lukrativere entscheiden. Wer jetzt noch nicht begriffen hat was für ein Fähnchen im Wind Pius Truffer ist, dem ist leider nicht mehr zu helfen. Das Motto "Wir Valser" würde man ihm vielleicht eher abnehmen würde er nicht wieder mit dem Ferrari zur Versammlung kommen. Und wie sie richtig sagen: Einem "Unternehmer" gegen den diverse Strafverfahren laufen ein Kulturbetrieb dieser Art an zu Vertrauen würde an bodenloser Dummheit grenzen. Und das, haben die Valser schon zur genüge bewiesen, sind sie nicht.
Philipp Schmid 20.02.2012 21:08
Herr Stieber, Sie sehen absolut klar. Ich hoffe, dass meine Valser Mitbürgerinnen und Mitbürger das auch so sehen. Philipp Schmid, Egg (Heimweh-Valser)
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Ich kann das Bild nicht lesen