Sandra schaut von ferne auf das Getümmel ihrer Genossenschaft. Fotos: Fabian Raabe

Theater in Genossenschaft

Vom Leben in der Baugenossenschaft erzählt Anke Stellings Roman «Bodentiefe Fenster». Georg Scharegg inszeniert ihn im TD Theater Berlin. Das Theater ist zu, es ist das Netz: Ein Glas Wein holen und zuschauen!

Morgen um 20 Uhr ist im Internet Uraufführung des Theaterstücks «Bodentiefe Wände». Sie findet im TD Berlin statt. Doch das ist zu und so wird das Ereignis im Netz übertragen, live auf Vimeo und wir können auch dabei sein. Eine Karte kostet 7 Euro 70. 

Georg Scharegg ist der Regisseur. Ich schätze seine spektakulären Theaterabende. Nie ist mir langweilig und ich lerne viel. Georg ist im Engadin aufgewachsen und seit langem Theatermann in Berlin. Er schrieb mir: «Ich lade Dich zu einem besonderen Ereignis in schwieriger Zeit ein, das von zuhause und überall nicht nur geschaut, sondern in seinem Verlauf beeinflusst werden kann: die Uraufführung von Anke Stellings bekanntem Roman „Bodentiefe Fenster“. Wie spielen im Netz sechs Vorstellungen und jeden Abend live - mit einer interaktiven Haussitzung wie in der Baugenossenschaft, um die es im Roman geht.

Das Buch ist die Innensicht der Mitgründerin und Mutter Sandra, die am Schluss in der Burnoutklinik landet, weil die Bauerei, das ganze soziale Organisieren und ihre eigene Familiengeschichte der hochtrabenden Ideale und der dürftigen Praxis sie an den Rand bringt. In der Kurklinik (aus welcher Perspektive wir auch in der Online-Aufführung erzählen, beginnt sie neu und sagt endgültig die Teilnahme an allen Vollversammlungen ab. Das Plenum ist das Kernstück des Abends und wir spielen es - mit jedesmal anderen hausspezifischen Themen - und unter Beteiligungsmöglichkeit der Zuschauer via Chat. Die Szenen, die Sandras Beschreibung der Regeln, Erfahrungen und Probleme enthalten, sind über Zoom-Proben entstanden, die zusammengeschaltet und bearbeitet wurden zu einer ganz eigenen Videoästhetik der Gleichzeitigkeit und der Schlaglichter» 

Noch Fragen? Nein nicht? Ich rate, diesen Abend, diese Abende nicht zu verpassen. Wer sicher sein will, dass ich recht habe – hier ist der Trailer.

Die Theaterkritik folgt in wenigen Tagen auf diesem Sender.

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