Mit einer Höhe von 246 Meter gehört der Turm zu den höchsten Bauwerken Deutschlands. Fotos: zVg

Testturm und Wahrzeichen

Das Ingenieurbüro Werner Sobek aus Stuttgart gewinnt den Deutschen Ingenieurbaupreis 2018 für den Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge im baden-württembergischen Rottweil.

«Der Turm überzeugt durch die geglückte Verbindung von Ingenieurleistung, Architekturleistung und souverän ausgespielter Materialbeherrschung», schreibt der Veranstalter in einer Medienmitteilung. Bauherr ist die ThyssenKrupp Business Service AG aus Essen. Mit einer Höhe von 246 Meter gehört der Turm zu den höchsten Bauwerken Deutschlands. Damit die Bewohner der Umgebung das weithin sichtbare Bauwerk besser akzeptieren können, entstand auf 232 Meter Höhe die höchstgelegene, öffentliche Aussichtsplattform Deutschlands. Der Turm bietet Platz für zwölf Aufzugsschächte, darunter ein verglaster Panoramaaufzug zur Aussichtsplattform. Das äussere Erscheinungsbild der Stahlbetonröhre wird von einer Hülle aus Glasfasergewebe geprägt, das an sechs spiralförmig um den Turm verlaufenden Stahlrohren befestigt ist. Die Geometrie der Textilfassade verringert die Beanspruchung durch windinduzierte Querschwingungen um etwa vierzig Prozent. Die Hülle schützt die Betonröhre ausserdem vor Witterungseinflüssen und thermischen Spannungen. Die Röhre selbst hat einen Durchmesser von 20,8 Meter und gründet auf einer Muschelkalkschicht. Das Sockelgebäude mit 48 Metern Durchmesser unterstützt die horizontale Aussteifung.

Das äussere Erscheinungsbild der Stahlbetonröhre wird von einer Hülle aus Glasfasergewebe geprägt, das an sechs spiralförmig um den Turm verlaufenden Stahlrohren befestigt ist.

Die im Rottweiler Turm getesteten Aufzugsanlagen werden durch Linearmotoren angetrieben, wie sie in Magnetschwebebahnen zum Einsatz kommen. Dutzende von Kabinen bewegen sich senkrecht und waagrecht entlang von Gleissystemen. Tonnenschwere Stahlseile sind nicht mehr notwendig, das System braucht daher weniger Energie und Raum. Das Bauwerk simuliert Windlasten simulieren, indem der Turm gezielt in kontrolliertes Schunkeln versetzt wird. Das 200 Tonnen schwere Pendel in 200 Meter Höhe kann sturmbedingte Schwingungen des Turmes dämpfen, solche aber auch aktiv anregen.

Der Deutsche Ingenieurbaupreis wird in gemeinsamer Trägerschaft durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und die Bundesingenieurkammer ausgelobt.

Damit die Bewohner der Umgebung das weithin sichtbare Bauwerk besser akzeptieren können, entstand auf 232 Meter Höhe die höchstgelegene, öffentliche Aussichtsplattform Deutschlands.

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