Architektur 0.14: Styroporskulpturen in der Maag-Halle.

Styroporskulpturen und Schleckstängelwald

Die Werkschau Architektur 0.14 setzte sich am vergangenen Wochenende zum Ziel, das heimische Schaffen «repräsentativ darzustellen».

Vergangenes Wochenende war die Maag-Halle in Zürich Schauplatz für Schweizer Architektur. Die Werkschau Architektur 0.14 setzte sich zum Ziel, das heimische Schaffen «repräsentativ darzustellen». Der Eindruck in der 3500 Quadratmeter grossen Halle: Die Szene ist vielfältig, was zuerst einmal an den unterschiedlichen Präsentationen der laut Veranstalter über 80 Büros liegt. Obwohl ihnen ein Styrporquader als gemeinsames szenografisches Element vorgegeben wurde, findet das Auge des Besuchers keinen gemeinsamen Nenner. Zu verschieden gehen die Büros mit der Vorgabe um, zu unterschiedlich sind ihre Ansätze der Selbstdarstellung. Auffällig gegenüber den Vorjahren – die Ausstellung findet zum dritten Mal statt: Viele Büros nutzen den Styroporsockel nicht nur als Präsentationsfläche, sondern bauen ihn in die Darbietung ein. Viele erinnern so an Skulpturen. Wer einfach nur ein paar Bilder und Texte auf den Styropor pinnt, schafft es kaum, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Wie viel sie an der Architektur 0.14 davon bekommen, schätzen die Architekten offensichtlich unterschiedlich ein. Einige Büros bieten dem Betrachter nicht mehr als drei grossen Bilder. Andere, wie zum Beispiel Schmid Ziörjen Architekten, versuchen auf der kleinen Fläche den kompletten Entwicklungsprozess eines Projekts zu vermitteln. Andere Präsentationen zeigen zwar inhaltlich Tiefgang, sind aber schon bekannt. So etwa das Slumupgradingprojekt vom Urban Think Tank, das House of Switzerland, von dem ein Mockup in der Halle steht, oder das Projekt für die Wasserstadt in Solothurn, das Herzog & de Meuron mit einem lieblosen Modell vorstellt. Die heterogenen Darstellungsweisen machen es dem Besucher nicht einfach, herauszufinden, welche Auftritte einen genauen und längeren Blick lohnen. Eine witzige Lösung für dieses Problem haben Fontana Landschaftsarchitekten gefunden. Sie zeigen auf dem Styropor-Klotz einen Wald aus unterschiedlich grünen Schleckstängel. Der Besucher darf sich einen aussuchen und gleichzeitig einen neuen pflanzen, die Landschaft also mitgestalten. Und wird mit etwas Süssem belohnt. Die Architektur 0.14 ist noch heute und morgen von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

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