Noch ohne Bücher: Die neue Publikumsbibliothek in der St.Galler Hauptpost.

St.Galler Post wird Bibliothek

In der St.Galler Hauptpost wird Ende Februar die neue Publikumsbibliothek eröffnet. Die Umbaupläne stammen vom Architekturbüro Barão Hutter.


1911–1913 bauten Pfleghard & Haefeli die Hauptpost am St.Galler Bahnhofplatz, innen eine nüchterne Stahlbeton-Skelettkonstruktion, ist das Gebäude aussen reichhaltig dekoriert. Die Post nutzt heute nur noch das Erdgeschoss. Der Kanton St.Gallen kaufte schon 2009 das markante Gebäude, richtete darin eigene Büros ein und vermietet einen Teil. Schon vor dem Kauf durch den Kanton wurde darüber diskutiert, ob hier nicht eine Publikumsbibliothek eingerichtet werden könnte.

Statische und finanzielle Probleme machten nur ein Bibliotheks-«Provisorium» möglich und auch nur auf einer Etage. Die aktuellen Bestände der Kantonsbibliothek Vadiana und die Bücher und Medien für Erwachsene der Stadtbibliothek werden hier zusammengeführt. Die Umbaupläne stammen vom St.Galler Architekturbüro Barão Hutter, die mit der Bausubstanz sorgsam umgingen. Sie liessen den grossen Hallen, in denen einst Briefe sortiert wurden, ihren rohen Charakter und zeigen die hundert Jahre alte Konstruktion. Die Decken wurden von den Installationen befreit, lose Teile wurden abgeschlagen und dann alles weiss gespritzt. Reste des Stucks des einstigen Direktionszimmers prangen noch an der Decke. Im Bürotrakt sind die Original-Hurdisdecken wieder sichtbar und die neuen Bürotüren haben als Zitate der Originale runde Gucklöcher.

Ivo Barão und Peter Hutter sind bekannt als Architekten, die eng mit Handwerkern zusammenarbeiten. Draussen, über dem Eingang, hängen ihre sprechenden Bücher. Die Architekten haben die Leuchter, Präsentationsgestelle aber auch Türstopper gestaltet. Während die Bücherhallen nüchtern daherkommen, liegt im Leseraum im Turmzimmer ein roter Teppich, darauf stehen grosse schwarze, ovale Tische; an den Wänden raumhohe Büchergestelle die mit verschiebbaren Leitern erschlossen sind, auch sie ein Entwurf der beiden Architekten. Der andere durchgestaltete Raum ist die Cafeteria, dominiert von einer langen Bar und einem übergrossen Paravent aus dem Atelier des Stickereiunternehmens Jakob-Schläpfer. Er zeigt die Geschichte des Buches und des Kaffees und dient bei Veranstaltungen als Bühnenbild.

Die neue Publikumsbibliothek in der St.Galler Hauptpost öffnet am 28. Februar erstmals fürs Publikum.

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