Auch in der Schweiz gibt es alte Bauten aus Stampflehm. Häuser in der französischen Region Rhône-Alpes dienten als Vorbilder. Im Bild: Fareins. Fotos: Philip Heckhausen

Stampfland Schweiz

Stampflehm kam nicht erst mit Martin Rauch und Roger Boltshauser in die Schweiz. Eine Ausstellung im Sitterwerk zeigt die Jahrhunderte alte Tradition und den Entwurf eines neuen Pavillons.

Pisé, vulgo Stampflehm – diese Bautechnik wurde vor allem durch das Werk des Zürcher Architekten Roger Boltshauser und das Wirken von Martin Rauch ein Thema in der aktuellen Schweizer Architektur. Im Rahmen von Boltshausers Gastprofessur an der EPF Lausanne ging dieser auch der Geschichte des hiesigen Stampflehmbaus nach und fand heraus, dass die Pisé-Technik ab dem 17. Jahrhundert über den Leinen- und Baumwollhandel aus der Region Rhône-Alpes in die Ostschweiz gelangte. Die Ausstellung «Pisé – Von Lyon nach St. Gallen» zeigt nun im Materialarchiv im Sitterwerk die Erkenntnisse. Und sie zeigt das Ergebnis einer zweiwöchigen Summerschool: den Mock-up eines vielseitig nutzbaren Stampflehm-Pavillons für das Sitterwerk, mit dem Boltshauser, der Ingenieur Jürg Conzett und Studierende die industrielle Vorfertigung des Materials prüfen möchten.
Die Ausstellung im Sitterwerk, St.Gallen wird am 20. August eröffnet und läuft bis zum 15. Oktober 2017. Sie wird von Vorträgen und geführten Rundgängen begleitet.

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