Felix Josef Wirz verzierte 1779 die Brüstungen des Solothurner Stadttheaters im barocken Stil. Fotos: Johannes Iff

Sachlichkeit und Glamour

17 Monate wirkten Phalt Architekten im Solothurner Stadtheater. Ein neues Café im Haus nebenan verschafft dem Foyer mehr Luft. Eine skulpturale Treppe führt in die oberen Etagen. Der Theatersaal erstrahlt in festlichen Farben.

Kein Warenlift, veraltete Bühnen- und Gebäudetechnik, kaum Toiletten für das Ensemble, ungenügender Brandschutz: Ohne Sanierung drohte dem Stadttheater Solothurn die Schliessung. Seit 1936 wurde das älteste partiell erhaltene Theater, das seine Wurzeln im 17. Jahrhundert hat, nicht mehr umfassend überholt. Seine fünf verschachtelten Gebäudetrakte stammen teilweise sogar aus dem 15. Jahrhundert.Für 17 Monate verliess das Ensemble die Baustelle und spielte in Dependancen. Anfang Jahr ist das sanierte Stadttheater erwacht. Die Zürcher Phalt Architekten verbannten Garderoben und Toiletten in die oberen Etagen. Auch ein neues Café im Haus Krieg nebenan verhilft dem Foyer zu mehr Luft. Neu kann man das Theater nicht nur von der Theatergasse, sondern auch von der Fischergasse aus betreten. Über eine skulpturale Treppe gelangt man in die oberen Etagen und weiter in das Administrationsgebäude mit Garderoben, einer Schneiderei sowie einem Kostüm- und Requisitenlager. Eine zurückhaltende Signaletik führt durch die Gebäudeteile. In der weissen Nüchternheit des Foyers sorgen gefaltete Messingleuchten und goldene Handläufe für sparsamen Glamour.Festlicher ist der Theatersaal, auch wenn die restaurierten Malereien an den Balkonrundungen so nicht geplant waren: Der Fund, der den Umbau zum denkmalpflegerischen Projekt machte, gilt als einer der bedeutendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte im Kanton. Der Solothurner Maler Felix Josef Wirz verzierte 1779 die Brüstungen mit Musikinstrumenten und Vorhangdraperien im barocken Stil, knapp achtzig Jahre später überklebte man sie einfach.Die warmen Ocker-, Grün- und Rottöne der Malereien geben die Farben im Zuschauersaal vor. Wände und Sessel bezog man mit weinrotem Stoff, vom indirekt beleuchteten Lichthimmel strahlt ein riesiger Messingleuchter, und die Mitarbeiter freuen sich über eine moderne Regie. Endlich ist das Theater tec...
Sachlichkeit und Glamour

17 Monate wirkten Phalt Architekten im Solothurner Stadtheater. Ein neues Café im Haus nebenan verschafft dem Foyer mehr Luft. Eine skulpturale Treppe führt in die oberen Etagen. Der Theatersaal erstrahlt in festlichen Farben.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?