Frei Otto (Foto: The Hyatt Foundation)

Pritzker-Preis 2015 für Frei Otto

Der vorgestern verstorbene Frei Otto wird als zweiter Deutscher mit dem jährlichen Architektur-Oscar ausgezeichnet.

Seit Jay und Cindy Pritzker, bekannt für die Hyatt Hotels, Architekten mittels eines jährlichen Preises ehren, wurde der Pritzker Preis zum unangefochtenen Oscar der Architekturszene. Wurden anfangs vor allem Architekten aus dem angelsächsischen Raum geehrt, verschob sich der Fokus seit Ende der Neunziger Jahre auf Zentraleuropa und in den letzten Jahren nach Asien. Mit SANAA, Wang Shu, Toyo Ito und Shigeru Ban kamen vier der letzten Preisträger vom aufstrebenden Kontinent.

Nun geht der Preis wieder nach Europa. Nach Deutschland um genau zu sein. Nach Gottfriedm Böhm im Jahre 1986 durfte sich nun Frei Otto freuen. Er dürfte kurz vor seinem vorgestrigen Tod wohl noch von der Ehre erfahren haben. Der gebürtige Sachse wurde vor allem Bekannt durch die Arbeit am von ihm 1964 an der TU Stuttgart gegründeten Institut für leichte Flächentragwerke. Hier untersuchte er weitgespannte, pneumatische und biologische Konstruktionsprinzipien, amorphe und natürliche Konstruktionen. Als sein Hauptwerk gilt das gemeinsam mit dem Architekturbüro von Günter Behnisch und dem Bauingenieur Jörg Schlaich erbaute Olympiastadion in München. Hier blickte Otto schon auf rund 15 Jahre Erfahrung mit Zeltdach-Konstruktionen zurück. Mittlerweile ist die Liste seines gebauten Werks so lang wie die Liste der erhaltenen Preise. Frei Otto, der neben Buckminster Fuller und Santiago Calatrava zu den wichtigsten Vertretern der biomorphen Architektur zählt, ist spätestens heute endgültig im Olymp der Architektur angekommen.

Pritzker Architecture Prize 2015

– Preisträger: Frei Otto

– Jury: Lord Peter Palumbo (Vorsitz), Alejandro Aravena, Stephen Breyer, Yung Ho Chang, Kristin Freireiss, Glenn Murcutt, Richard Rogers, Benedetta Tagliabue, Rata N. Tata, Martha Thorne (Direktorin)

Weitere Informationen: Medienmitteilung, Biografie, Jurykommentar, Bilder ausgewählter Werke

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