Ansichten.ch präsentiert 36 zeitgenössische Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit fotografischen Porträts. Fotos: Ansichten.ch

Netzkritik: Ansichten.ch

Ansichten.ch präsentiert 36 zeitgenössische Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit fotografischen Porträts. Sollten sich auch Architekten so in Szene setzen?

An dieser Stelle müssen wir zuerst klären: In welcher Beziehung stehen Literatur und Architektur, Literaten und Architekten? Was unterscheidet das Verhältnis des Schriftstellers zu seinem Buch von jenem des Architekten zu seinem Bau? Okay, zuviel gewollt, wir beantworten diese Frage ein andermal. Aber, darum geht es: Die Webseite Ansichten.ch des Schweizer Fernsehens präsentiert 36 zeitgenössische Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Sie tut dies in erster Linie über die Porträts der Literaten. Sie stammen vom Fotografen Lukas Maeder und dienen auf der Startseite nicht nur als primäres Gestaltungselement, sondern auch als Navigation und Inhaltsverzeichnis. In unterschiedlichen Grössen kachelförmig über den Bildschirm verteilt – die Ansicht und Reihenfolge ändern sich bei jedem Reload –, findet der Benutzer über sie zu den Einzelansichten der Autoren. Dort bekommt er weitere Porträts zu sehen: nahe auf dem Gesicht, schwarzweiss, in gestellten und doch natürlichen Posen zeigen sie viel vom porträtierten Menschen. Respekt stellt sich ein, nicht nur für das Können des Fotografen, auch für den Mut der Literaten, sich so zeigen. Weitere Informationen sind spärlich gesät, reichen aber komplett aus: eine kurze Biografie, eine Liste mit den wichtigsten Werken, ein Buch-Tipp («Das müssen Sie gelesen haben») aus der SRF-Redaktion, zwei Ton- und ein Film-Dokument. Zusammen ergibt sich ein umfassendes, gleichzeitig intimes Bild der Autorinnen und Autoren, das Lust macht, deren Bücher zu lesen. Zurück zur Architektur: Warum setzen sich Architekten nicht auf diese Weise in Szene? Einfach weil sich die Gabäude bestens mit Fotografien zeigen lassen, im Gegensatz zu Büchern? Würde das Konzept mit Architekten funktionieren, über die Person Lust an deren Werk zu wecken? Würde das Projekt an der eigentümlichen Eitelkeitsscheu der Architektinnen und Architekte...
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