Die Elemente des Urbachturms bei Stuttgart krümmten sich von selbst. Fotos: ICD/ITKE Universität Stuttgart

Nass biegen

Der Holzbauer Blumer-Lehmann hat in der Nähe von Stuttgart einen Turm gebaut, der sich dank Wasserkraft 14 Meter in die Höhe krümmt.

Holz verformen, nicht mit Muskel- oder Maschinenkraft, sondern mit Wasser: Der Holzbauer Blumer-Lehmann hat für die Landesgartenschau in der Nähe von Stuttgart einen Turm gebaut, der sich dank einer neuen Konstruktionsmethode 14 Meter in die Höhe krümmt. Entwickelt haben sie Forschende der ETH Zürich, der Empa und der Universität Stuttgart. Je nachdem wie feucht Holz ist, schwindet oder quellt das Material. Was normalerweise unerwünscht ist, wird hier zur Triebfeder. Die Forscher kleben zwei Holzschichten zusammen, deren Fasern unterschiedlich orientiert sind. Trocknet das Holz, schrumpft die eine Seite stärker – die Konstruktion verbiegt sich. Der Urbachturm ist das weltweit erste Bauwerk aus selbstgeformten, grossformatigen Bauteilen. «Diese bahnbrechende Entwicklung stellt einen Paradigmenwechsel in der Herstellung von gekrümmtem Holz dar», schreiben die Forscher.

Die ETH erklärt die Konstruktion im Video.

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