OMA, Rotterdam: Haus am Checkpoint Charlie, Berlin. Das Problem der sicheren Transportverpackung ist bei diesem Modell auf verblüffende Weise gelöst. Es steckt in einer robusten Holzkiste, die aufgeklappt die Umgebung des Gebäudes mit dargestellt. Fotos: DAM, Hagen Stier

Modellbauwelten

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt Modelle in einer grossartigen Schau. Und erzählt ihre kleinen Geschichten. Der Kurator der Ausstellung im Gespräch mit Axel Simon.

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt Modelle in einer grossartigen Schau. Und erzählt ihre kleinen Geschichten. Der Kurator der Ausstellung «Das Architekturmodell. Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie» Oliver Elser im Gespräch mit Axel Simon.Herr Elser, warum heute eine Ausstellung über Architekturmodelle? Es ist kaum zu glauben, aber es gab noch nie eine! Modelle der Renaissance und des Barock standen bereits im Zentrum grosser Ausstellungen, aber zur Architektur der Gegenwart, die wir großzügig bei 1920 beginnen lassen, hat die Rolle des Modells noch niemand untersucht, auch in der Literatur. Doch das Thema kommt: Es gibt grosse internationale Symposien und nun unsere Ausstellung mit 300 Exponaten.Geht dieses Forscherinteresse am Modell einher mit einem verstärkten Architekteninteresse? Welche Rolle spielt das Modell im digitalen Zeitalter noch als Arbeitsmittel? Es werden mehr Modelle gebaut als je zuvor. Aber vielleicht entsteht dieser Eindruck auch nur dadurch, dass einige Büros, zum Beispiel Herzog & de Meuron, regelrechte Materialschlachten veranstalten. Digitale Technologien spielen dabei eine Rolle: Modelle oder Modellteile werden mit 3D-Druckern hergestellt, mit Fräsen oder Lasern ausgeschnitten und dann manuell weiterverarbeitet. Einige Architekten haben besondere Modellbautechniken als Markenzeichen entwickelt: Ein Modell von Roger Boltshauser erkennt man sofort und soll es auch.    Der Untertitel der Ausstellung heisst «Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie».Wir zeigen etliche Beispiele, bei denen der Bau des Modells eine Art Ersatzhandlung ist, meist weil ein Bauprojekt scheitert. Es wird dann wenigstens als Modell realisiert und so zum Fetisch. Aber auch solche Modelle sind Fetische, die viel klarer ein Konzept auf den Punkt bringen, als man es je dem späteren Bauwerk ansehen wird. Peter Eisenman hat seine ersten Häuser «Cardboard ...
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Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt Modelle in einer grossartigen Schau. Und erzählt ihre kleinen Geschichten. Der Kurator der Ausstellung im Gespräch mit Axel Simon.

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