Mischwesen vor Waldkulisse

Die Wohnvirtuosen Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert bauen in Zürich eine braun-biedere Fassade. Die Chronik eines angekündigten Verrisses.

Die Wohnvirtuosen Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert bauen in Zürich eine braun-biedere Fassade. Die Chronik eines angekündigten Verrisses.

Es war auf einem Corona-Spaziergang, als mich der Schlag traf. Am Waldrand, kurz hinter dem Bucheggplatz, wo sich Zürichs Mitte in den Norden verabschiedet, stand ich vor einer hoch aufragenden, braunen Fassade. Die Entwerfer dieser Fassade, Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert, kenne ich gut. Vor zwanzig Jahren war die Assistentenstelle an Axels ETH-Lehrstuhl mein zweites Studium und vor zwölf Jahren gab ich ein Buch über ihren Wohnungsbau heraus. Und nun das! Acht Geschosse, geteilt in einen hellen Backsteinsockel und ein dunkles Darüber aus braunen Platten (‹Rockpanels›, wie ich später erfuhr). Darauf erdig-rot lackierte Deckleisten und ein schilfgrüner Dachüberstand, der mit dem barocken Schwung und Gegenschwung des Baukörpers vor- und zurück-, rauf- und runterspringt und aus manchem Erker ein Türmchen macht. Knapkiewicz & Fickert sind Pioniere der Retrophilie. Sie zitieren gern und viel, aber selten so direkt wie bei dieser Wohnanlage namens Guggach II. Wo sind die Widersprüche, die s...

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