Minergie-P statt Wasserkraft

Das Bundesamt für Energie will die Ruinalta, den Alpenrhein und die Rhonelandschaft im Oberwallis für die Wasserkraft ausbauen und damit einen Beitrag zur Schweiz nach dem Atom leisten wollen. Mit flächendeckenden Minergie-P-Bauten können dreissig Mal mehr Energie eingespart werden, schreibt Köbi Gantenbein in seinem Kommentar.

Kurdirektoren lachen immer. Für sie ist von Berufs wegen immer alles gut. Auch wenn sie lügen müssen. So wie sie es zurzeit tun und mit farbenfrohen Broschüren und viel Tamtam für Schweiz Tourismus den Sommer 2012 als «Schweiz – Land des Wassers» in die Welt hinausposaunen. Doch wie Kurdirektoren-Liebe für unberührte Landschaften an der Realität zerbricht, so tut sie dies auch beim Wasser. Auch da stimmen das Bild von der Schönschweiz und unsere Art, Gebrauchsschweiz zu machen nicht überein. Vor ein paar Wochen hat das Bundesamt für Energie (BFE) eine Liste mit 17 Flüssen veröffentlicht, die in Beton gefasst, in Stollen geleitet und auf Turbinen geführt werden sollen. Die Ingenieure und einige Politikerinnen sind bereit Flusslandschaften wie die Ruinaulta zwischen Ilanz und Reichenau, den mit viel Mühe und noch mehr Franken in eine Kleinwildnis zurückgebauten Alpenrhein zwischen Ems und Mastrils oder die Rhonelandschaft im Oberwallis zu zerstören. Sie sagen, dass sie damit einen Beitrag zur Schweiz nach dem Atom leisten wollen. Alles in allem – alle 17 Flüsse umgebaut – kämen so knapp 1,5 TWh/a zusammen. Eine Zahl, die kaum jemand deuten kann. Sie heisst übersetzt, dass so knapp 0,2 Prozent der Energie, die in der Schweiz verbraucht wird, so produziert werden kann. Der Eingriff in Landschaften, in Lebenswelten von Tieren und Pflanzen, der für dieses fast Nichts nötig wird, ist ausser Rand und Band. Er ist auch volkswirtschaftlich vollkommen absurd, da muss man nicht einmal an die immer munteren Touristiker denken, die mit Rinnsalen statt Wildbächen ja kaum Logiernächte wassern werden können. Doch damit nicht genug, in den Gemeinden wollen grün aufgeweckte Bürgerinnen und Bürger Gutes tun. Sie schliessen sich zusammen und gründen Genossenschaften für Kleinkraftwerke, mit denen sie die Dorf- und alten Mühlbäche in Stromanlagen verwandeln wollen. Übe...
Minergie-P statt Wasserkraft

Das Bundesamt für Energie will die Ruinalta, den Alpenrhein und die Rhonelandschaft im Oberwallis für die Wasserkraft ausbauen und damit einen Beitrag zur Schweiz nach dem Atom leisten wollen. Mit flächendeckenden Minergie-P-Bauten können dreissig Mal mehr Energie eingespart werden, schreibt Köbi Gantenbein in seinem Kommentar.

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