Die dunkelgrüne Steinfassade des Museums fasst die Piazza. Im Erdgeschoss öffnet sich der Raum Richtung Paradiso und Monte San Salvatore, hier ist eine Caffè Bar geplant. Fotos: Alessandra Chemollo

Luganeser Promenaden

Die Erwartungen an das Kunst- und Kulturzentrum LAC in Lugano sind gross. Der Neubau ist städtebaulich gelungen, im Detail jedoch zuweilen überinstrumentiert.

Am Endpunkt des alten Lugano setzt das neue Kulturzentrum einen ersehnten städtebaulichen Schlussstein. Vorne liegt der See mit dem Monte Brè, links ragt die Fassade des einstigen Hotels Palace empor, und rechts lädt unter einem mächtigen Gebäudeflügel eine noch provisorische Bar zu einem Drink im Freien. Welch ein Wandel! Bis vor Kurzem endete Luganos edle Einkaufsstrasse Via Nassa unvermittelt an der jahrzehntealten ‹Palace›-Ruine und mündete in die stark befahrene Uferstrasse. Die Hotelruine war Zeugin des einstigen Glanzes der Tourismusdestination, aber auch Symbol für die Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt, die Verstrickungen der Tessiner Politik und eine jahrzehntelange Planungs- und Baugeschichte siehe ‹Vorgeschichte›, Seite 35. Nun ist der Schandfleck zum Ort verwandelt, der – als Gegenpol zur Piazza Riforma am Anfang der Via Nassa – zu einem weiteren Salone der Luganesi werden könnte. Dafür soll die Institution sorgen, deren drei Buchstaben im Kulturleben Luganos zurzeit einen magischen Klang entfalten: LAC – Lugano Arte e Cultura. Von einem kulturellen Brennpunkt zwischen Zürich und Mailand ist die Rede, selbst der Vergleich mit dem KKL in Luzern wird nicht gescheut. Rückkehr auf die kulturelle Landkarte Mit dem tausendplätzigen Theater- und Konzertsaal, dem Kunstmuseum und den Kongressräumen markiert das im September eröffnete LAC für Lugano tatsächlich einen kulturellen Aufstieg. Das ist nötig. Seit die Sammlung Thyssen-Bornemisza 1992 aus der Villa Favorita nach Madrid zog, gilt das als Bankenstadt verrufene Lugano zumindest Auswärtigen als kulturelle Wüste. Nun soll das LAC weit über die Stadt hinaus strahlen. Mailand ist nah, und mit dem Gotthard-Basistunnel wird das Südtessin für Tagesausflüge aus der Deutschschweiz interessant.Im Jahr 2000 hatte die Stadt den Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Zwei Jahre später stand fest, dass...
Luganeser Promenaden

Die Erwartungen an das Kunst- und Kulturzentrum LAC in Lugano sind gross. Der Neubau ist städtebaulich gelungen, im Detail jedoch zuweilen überinstrumentiert.

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