Stelen bringen Licht bis tief in den Untergrund: Siegerprojekt von Bo Li und Ge Men.

Leuchtende Abbilder

Gestern Abend wurde in Porto zum fünften Mal der International Velux Award für Architekturstudenten verliehen. Den ersten Preis erhielten die chinesischen Studenten Bo Li und Ge Men, die an der ETH Zürich am Lehrstuhl Gramazio Kohler studieren.

Gestern Abend wurde in Porto zum fünften Mal der International Velux Award für Architekturstudenten verliehen. Die Jury – bestehend aus der Kanadierin Brigitte Shim, dem US-Amerikaner Juan Mir'o, dem Australier Peter Stutchbury und Per Arnold Andersen als Vertreter der Velux-Gruppe – wählte aus 983 eingereichten Projekten vier Preisträger und zehn Anerkennungen aus. Den ersten Preis erhielten die chinesischen Studenten Bo Li und Ge Men, die an der ETH Zürich am Lehrstuhl Gramazio Kohler studieren.
Sie entwerfen eine Art museale Gedenkstätte und erinnern mit riesigen Leuchtstelen, die aus dem Erdboden ragen, an ein verschüttetes Dorf. Unter dem oberirdisch sichtbaren Teil gehen die Stelen jedoch tief in den Untergrund und stehen auf dem Boden einer Art Höhle. Die Idee der Studenten ist, dass Tageslicht oberirdisch in die Lichtleiter gelangt und dann in die Höhle transportiert wird. Hier werden die Konturen der oben stehenden Hauskubaturen erneut sichtbar, diesmal als Lichtfiguren. In den unterirdischen Lichtstelen stehen Möbel, zur Erinnerung an das früher «hier» stattfindende Leben. Je nach Lichteinfall verändert sich die Atmosphäre in der Höhle – wenn Wolken über den Himmel ziehen, ergeben sich auch Schatten in der Höhle. Der Entwurf überzeugte die Jury, weil er sich mit vielen Facetten des Lichts beschäftigt. Lichtleitung, Verschattung und Kontrastwirkungen – all das findet sich in der Arbeit. «It touches three distinct scales very eloquently, very powerfully an in a more comprehensive manner than any of the other projects», so der Kommentar der Jury. Und weiter: «At the same time it reconnects us to the memory of things that were once there.»
Der Preis wurde im Museo Serralves verliehen und gefeiert. Architekt Alvaro Siza Vieira, der das Gebäude 1999 fertigstellte, nahm an den Feierlichkeiten teil und stellte vor der Preisverleihung sein Museum und seine Ideen zur Lichtführung vor. Er war ursprünglich als weiteres Jurymitglied vorgesehen, konnte dann aber aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Auswahlrunden teilnehmen. Der sechste Velux Award «Ligth of tomorrow» wird 2014 verliehen werden.

International Velux Award

– 1. Preis: Bo Li und Ge Men, ETH Zürich
– 2. Preis: Jeewon Park, Nakyong Kim, Jiyoon Jung, Kimoon, Inje University, Südkorea
– 3. Preis: Anna Zagorec und Maciej Kozlowski, Politechnika Krakowska, Polen
– 3. Preis: Qi Xu und Tao Cao, Tongji University, China

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