Warm und wohlig – das sind Vorzüge von Lehm, aber auch sein Problem. Fotos: Marc Huebner

Lehmbau wächst

In der Schweiz mehren sich die Häuser aus Lehm, werden grösser und sogar von Stars wie Herzog & de Meuron gebaut. Ein Buch gibt Einblick in die hiesige Lehmbauszene.

Die Häuser aus Lehm mehren sich, werden grösser und sogar von internationalen Grössen wie Herzog & de Meuron gebaut. Ein günstiger Zeitpunkt, um Einblick in die Schweizer Lehmbauszene zu geben, dachten sich Sabrina Equilino und Edi Gassmann. Als Abschlussarbeit in Baubiologie machten sie ein Buch, bei dem diejenigen im Fokus stehen, die mit diesem Material arbeiten und leben: zwei Dutzend Handwerker, Planerinnen, Bauherrschaften, Lieferanten. In Interviews erzählen diese von ihren Erfahrungen, geben Tipps und schauen in die Zukunft. Der Fragenkatalog wiederholt sich bei jedem Protagonisten, die grossformatigen Fotos sind eher Stimmungsgeber als Dokumentation. Lesend erfährt man viel – auch viel menschelndes, bauchfühliges. Erst im Fazit berichten die Autoren von Reaktionen des SIA, der keinen Anlass sehe, seine zwanzigjährigen Lehmbaunormen zu aktualisieren oder von Minergie-eco, die auf Fragen erst gar nicht antworteten. Dem nachzugehen, hätte sich gelohnt. So entspricht das Buch einmal mehr dem Klischee des Bauens mit Lehm, statt dieses zu brechen.
Edi Gassmann, Sabrina Eqilino, «Vielseitigkeit Lehm», Selbstverlag 2014, 39 Fr. Bestellung: vielseitigkeitlehm@hotmail.com

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