Die Kino-Unit mit ihrem Einschnitt beherbergt Foyer und Bar. Die Operateure blicken aus dem Fenster des Projektionsraums in den Hof. Fotos: Walter Mair, Katalin Deer, Isa Stürm Urs Wolf

Kultur im Ringdepot

Die 100 Jahre alte Lokremise in St. Gallen zeigt, wie ein Haus erneuert werden und trotzdem seinen Charakter behalten kann. Schon im Wettbewerb hatte sich das Architekturbüro Stürm und Wolf entschieden, die verwitterte Schönheit des grössten Ringdepots der Schweiz nicht rundum zu erneuern, sondern gezielte Verbesserungen und verträgliche Anpassungen zu suchen.

Die 100 Jahre alte Lokremise in St. Gallen zeigt, wie ein Haus erneuert werden und trotzdem seinen Charakter behalten kann. Die Lokremise in St. Gallen (erbaut 1903 bis 1911) war seit Ende der Achtzigerjahre ungenutzt, als die Galerie Hauser & Wirth sie ab 1999 für die Ausstellung der hauseigenen Sammlung nutzte und damit das Gebäude wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und in Erinnerung rief. Weil der Bau in seinem damaligen Zustand für die Galerie nur im Sommer nutzbar war, zog Hauser & Wirth trotz erfolgreichen Ausstellungen 2004 wieder aus. Dank grossem Einsatz des kantonalen Amtes für Kultur wurde 2005 trotz eines fortgeschrittenen Projektes der SBB für eine Sanierung mit Event- und Kommerznutzungen ein Architekturwettbewerb für ein spartenübergreifendes Kulturzentrum ausgeschrieben, den das Zürcher Architekturbüro Stürm und Wolf für sich entscheiden konnte. Schon im Wettbewerb hatten sich die Architekten entschieden, die verwitterte Schönheit des grössten Ringdepots der Schweiz nicht rundum zu erneuern, sondern gezielte Verbesserungen und verträgliche Anpassungen zu suchen. Auch weil es in dem rohen und schäbigen Zustand sehr gut als experimenteller Kulturort funktioniert hatte, waren die Architekten an der Erhaltung dieser Stimmung interessiert. Reanimation und Transformation nennen sie die beiden zentralen Begriffe ihres Entwurfs.Drei Einbauten, vier Räume Um die Transformation des Lokdepots in eine Kulturplattform zu ermöglichen, unterteilen die Architekten den kreisförmigen Raum mit drei Einbauten in vier Zonen. Es entstehen ein Ausstellungs- und Performanceraum fürs Kunstmuseum, ein Restaurant und zwei Probe- und Aufführungsräume für das Theater St. Gallen. Die drei Einbauten beinhalten einen Kinosaal und die notwendigen Infrastrukturräume. Isa Stürm und Urs Wolf bezeichnen die Einbauten als «Units», das nebe...
Kultur im Ringdepot

Die 100 Jahre alte Lokremise in St. Gallen zeigt, wie ein Haus erneuert werden und trotzdem seinen Charakter behalten kann. Schon im Wettbewerb hatte sich das Architekturbüro Stürm und Wolf entschieden, die verwitterte Schönheit des grössten Ringdepots der Schweiz nicht rundum zu erneuern, sondern gezielte Verbesserungen und verträgliche Anpassungen zu suchen.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?