Dunkle Grautöne prägen den Kinosaal. Fotos: Christian Schwager

Kleines Kino ganz gross

Im Film ist Cameo ein beiläufiger Prominentenauftritt. So nennt sich auch das jüngste Kino in Winterthur. Es steht unter den Dächern der ehemaligen Halle 192 auf dem Lagerplatz-Areal und ist ein Cameo im Stadtraum.

Cameo heisst in der Filmsprache der beiläufige Auftritt eines Prominenten. So nennt sich auch das jüngste Kino in Winterthur. Es steht unter den Dächern der ehemaligen Halle 192 auf dem Lagerplatz-Areal und ist ein Cameo im Stadtraum: beiläufig und dennoch nicht zu übersehen.Die alten Dächer gaben das maximale Volumen des Baukörpers vor. Und das Ziel, 80 bis 90 Plätze unterzubringen (es sind 84) und diese mit einer Bar und Toiletten auszurüsten, liess das Gebäude den vorhandenen Raum ganz ausfüllen. Von aussen wirkt das dunkle Volumen wie eine geheimnisvolle Schatulle; die zahlreichen Öffnungen neben den Türen lassen phantasieren, was sich dahinter verbirgt. Es sind die Serviceöffnungen, die Zugang zu den technischen Installationen verschaffen. Sie widerspiegeln den pragmatischen Ansatz des Architektenkollektivs: aus dem knappen Platz und den knappen Mitteln das Maximum herauszuholen.Eine Glastür führt in einen Raum, der Bar und Foyer ist. Ein Holzboden und in einem dunklen Braunton gestrichene Wände erzeugen eine behagliche Atmosphäre. Die golden glänzenden Wandleuchten stammen aus dem früheren Kino Talgarten, die Deckenleuchten wurden aus der Halle 192 in die Zukunft herübergerettet. «Hier wird es wohl noch ziemlich wuchern», meint Architekt Peter Wehrli mit Blick auf die ersten Trouvaillen, die an den Wänden hängen. Denn das Cameo ist nicht nur ein Kino, es ist eine Institution.Als Filmfoyer Winterthur engagierte sich der heutige Verein Kino Cameo seit den Siebzigerjahren für die Filmkultur in Stadt und Region. Nun hat er sich den Traum vom eigenen Haus erfüllt – dank grosszügiger Unterstützung der Stiftung Abendrot als Grundeigentümerin, der öffentlichen Hand und zahlreicher privater Spenden.Dem Film und damit den idealen Bedingungen, diesen zu zeigen, kommt hier also die höchste Bedeutung zu. «Das Haus kann simpel sein, das Kino muss aber top sein...
Kleines Kino ganz gross

Im Film ist Cameo ein beiläufiger Prominentenauftritt. So nennt sich auch das jüngste Kino in Winterthur. Es steht unter den Dächern der ehemaligen Halle 192 auf dem Lagerplatz-Areal und ist ein Cameo im Stadtraum.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?