Köbi Gantenbein sprach über das Handwerk, den Werkraum und seinen Grossvater.

Jungfernrede in Zumthors Werkraumhaus

Am 5. Juli eröffnet Peter Zumthors Werkraumhaus in Andelsbuch. Die erste Rede im neuen Haus ist aber schon geschwungen: Köbi Gantenbein sprach über «Das Handwerk, den Werkraum und meinen Grossvater» anlässlich der 75. General- versammlung Genossenschaft Tischlerrohstoffe.

Peter Zumthor hat für den Werkraum Bregenzerwald das Werkraumhaus in Andelsbuch gebaut. Am 5. Juli ist grosse Eröffnungsfeier. Die erste Rede im neuen Haus ist aber schon geschwungen: Köbi Gantenbein sprach über «Das Handwerk, der Werkraum und mein Grossvater» anlässlich der 75. Generalversammlung von Tiro, der Genossenschaft Tischlerrohstoffe. Das ist der grosse Holz und Halbzeughändler der Schreiner, Zimmerleute und Baumeister in Vorarlberg.Rede von Köbi Gantenbein an die Handwerker im noch leeren Werkraumhaus von Andelsbuch, 21.Juni 2013 Mein Grossvater hiess Jakob. Wie ich. Er kam Ende des 19. Jahrhunderts im Prättigau zur Welt. Das ist zwei Talreisen zu Fuss von hier über Lech, durch das Montafon und über den Rhätikon. Er lebte 103 Jahre lang, davon 87 Jahre als Schreiner und 70 als Meister.Liebe Werkraum-Handwerker aus dem Bregenzerwald, ihr habt einen Beruf für ein langes und schönes Leben gewählt. Mein Grossvater hatte seine Bretter vor dem Dorf Jenaz auf einer Wiese mit Kirschenbäumen zur Ausreifung gestapelt. Jeweils sonntags nach dem Dessert – oft Äpfel aus dem Ofenrohr oder Orangensalat von meiner hervor ragend kochenden Grossmutter Clara – jeweils sonntags spazierte die Familie zu den «Chriesböm». Ich rieche den intensiven Duft des gesägten, aufgerauten Fichten-, Kirschen- und Eichenholzes und sehe sein Farbenspiel, langsam gegerbt vom Wind und der Sonne. Der Grossvater prüfte mit der Hand das Holz und ich tat es ihm mit meinem Händchen nach. Holz beeindruckt die Hand, die Nase und die Augen intensiv und uns damit unmittelbar. Wenn mir niemand zuschaute, leckte ich das frisch gesägte Fichtenholz ab und kostete den Harz mit der Zunge. Schön gegossener Beton ist ein Zauberspiel für die Augen, doch gerochen habe ich ihn nie. Mit der Zunge fühlten wir als Buben die Rohre des Geländers der Schulhaustreppe im eisigkalten Winter – als Mutprobe, de...
Jungfernrede in Zumthors Werkraumhaus

Am 5. Juli eröffnet Peter Zumthors Werkraumhaus in Andelsbuch. Die erste Rede im neuen Haus ist aber schon geschwungen: Köbi Gantenbein sprach über «Das Handwerk, den Werkraum und meinen Grossvater» anlässlich der 75. General- versammlung Genossenschaft Tischlerrohstoffe.

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