Peter Zumthor in seinem Atelier in Haldenstein. Seit einigen Jahren skizziert er nicht nur auf Papier, sondern auch am Modell. Fotos: zVg © Atelier Peter Zumthor & Partner

«Je mehr Computer, desto mehr Modelle»

Das Kunsthaus Bregenz hat in den letzten Jahren über 300 Modelle von Peter Zumthor in seine Sammlung aufgenommen. Ab morgen macht es in einer Art Schaulager über 40 davon zugänglich.

Modell kann es im Atelier von Peter Zumthor nicht genug geben. Vom Volumen über die Lichtstimmung bis zum Konstruktionsdetail, alles prüft der Architekt von 1:100 bis 1:1. Doch wohin mit all den Arbeitsmodellen, wenn das Haus gebaut oder das Projekt gekippt wurde? In seinem Atelier in Haldenstein hat Zumthor zu wenig Platz. Nicht so das Kunsthaus Bregenz. Es hat in den letzten Jahren über 300 Modelle in seine Sammlung aufgenommen. Im Postgebäude neben Zumthors Glaskubus in Bregenz macht es nun erstmals einen Teil davon als Schaulager zugänglich. Rund vierzig Modelle sind bis unter die Decke gestapelt. Leider bleiben so viele ausser Reichweite. Das ist schade, denn die Miniaturhäuser muss man aus der Nähe betrachten. Manche sind als einfache Kartonkisten gebaut, um die Proportionen eines Raums zu kontrollieren. Auf anderen kleben auf Papier ausgedruckte Fassadenmuster. Die meisten aber gehen mit dem Material richtig zur Sache: Gips, Wachs, Draht, Holz, Sand, Alufolie, pechschwarz bemaltes Styropor. Die Materialien machen das Gebaute spürbar und rücken es Nahe an die Realität.Die Modelle aus massiven Materialien wirken grob, mit Fingerabdrücken und Rissen im Gips. Die filigranen schwingen auf die andere Seite aus. Mit Japanischer Präzision sind die Holzlatten der verschiedenen Varianten des Stegs für das Hexendenkmal in Norwegen nebeneinander gelegt. Die Obsession mit dem Detail lässt manche Modelle zur Puppenstube werden, etwa beim Pavillon für die Serpentine Gallery in London: Die feinen Metalltische und Stühle haben die Architekten nachgebaut. Im Inneren des Gebäudes bilden Trockenblumen den Garten. Steckt der Besucher den Kopf hinein, meint er tatsächlich, er wäre in den Kensington Gardens. Die Ausstellung zeigt: Zumthor überlässt nichts dem Zufall, keinen Strich auf dem Plan sich selbst. Der Architekt will genau wissen, was er baut, bevor er es baut. Neben der kü...
«Je mehr Computer, desto mehr Modelle»

Das Kunsthaus Bregenz hat in den letzten Jahren über 300 Modelle von Peter Zumthor in seine Sammlung aufgenommen. Ab morgen macht es in einer Art Schaulager über 40 davon zugänglich.

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