Sogenannte «Quadrocopter» transportieren und montieren die Module in Eigenregie. Fotos: zVg / ETH Zürich

Im Flug gemauert

Die Roboterarme der ETH-Professur Gramazio Kohler heben ab: Die Architekten lassen im Kunstmuseum in Orléans Roboter in die Luft steigen und eine Skulptur aufschichten.

Bisher platzierten die Maschinen von Fabio Gramazio und Matthias Kohler Mauersteine und präparieren Schalungen für Betonelemente. Nun setzen die beiden zum nächsten Schritt, bzw. zum Sprung in die Luft an: Sie lassen eine Skulptur aus über 1500 Elementen von fliegenden Robotern aufbauen. Es ist die weltweit erste Architekturinstallation, die von schwebenden Maschinen erstellt wird. Das Projekt «Flight Assembled Architecture» haben die Architekten zusammen mit ETH-Professor Raffaello D’Andrea vom Robotiklehrstuhl entwickelt. Sogenannte «Quadrocopter» heben die Schaumstoffmodule auf und setzen sie zu einer Struktur zusammen. Die Besucher können während mehrerer Tage mitverfolgen, wie die Mauer wächst. Am Schluss ist das Gebilde sechs Meter hoch und misst dreieinhalb Meter im Durchmesser. Die Installation ist als Modell einer riesigen Megastruktur gedacht: Sie repräsentiert ein vertikales Dorf, das 600 Meter hoch in den Himmel gestapelt ist. Das Projekt zeigt Architektur als ein sich stetig ändernder Prozess. Die Begeisterung für Technik und für Grossstrukturen erinnert dabei stark an die Visionen der Metabolisten in den 60er Jahre. Ab dem 2. Dezember fliegen die Roboter durch das Kunstmuseum FRAC in Orléans und schichten das «Vertical Village» auf.

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