IBA Basel 2020, eine Vorübung

Eine «Internationale Bauausstellung» fördert Dinge ans Licht, die schon lange auf ihre Geburt warten. Der Stadtwanderer berichtet von einer Diskussionsveranstaltung am S AM und hat das Gefühl, die IBA Basel 2020 sei in Basel noch nicht angekommen.

IBA, das ist eine Zauberformel. Eine Internationale Bauausstellung, sagen die Beteiligten, ist ein Format, was mit Brandbeschleuniger und Zusatzrakete zu übersetzen ist. Eine IBA fördert Dinge, die schon lange auf ihre Geburt warten, ans Licht und bringt die Leute auf Ideen, was man zusätzlich noch Intelligentes machen könnte. Die IBA ist eine deutsche Erfindung und in Basel soll sie nun im Jahr 2020 zum ersten Mal wirklich international werden, sprich trinational. Das Stichwort heisst Grenzüberschreitung.
IBA Lounge, eine Diskussionsveranstaltung, die am 23. Februar im Schweizerischen Architekturmuseum (S AM) stattfand, versuchte den Export zu fördern. Von Hamburg nach Basel. Uli Hellweg, der Chef der IBA Hamburg, redete über Prozesskultur und meinte Überzeugungsarbeit, anders herum, was es braucht, mit einer IBA Erfolg zu haben. Zusammenfassend: Eine IBA braucht IBAner. Martin Jann, der Geschäftsführen der IBA Basel 2020 stellte ausgewählte Projekte vor. Man muss sich vor allem eines merken: Dreiland. Eine Insel im Rhein plus badische und elsässische Ergänzung, 10 000 Einwohner, das Leuchtturmprojekt.
An der Diskussion beteiligten sich neben Hellweg und Jann auch Angelus Eisinger, der im Kuratorium der IBA Basel sitzt, Christoph Gantenbein, Architekt und Jörn Walther, Realist und Oberbaudirektor von Hamburg. Durch die Sendung führte Hubertus Adam, der künstlerische Leiter der S AM. Über den Mehrwert einer IBA wurde gesprochen und was das in Basel hiesse. Hier fehlt der Leidensdruck. Während die verschiedenen IBA in Deutschland Antworten auf Fehlentwicklungen waren, ist das Problem Basels, dass es keine Probleme hat. Darum ist die Begeisterung verhalten und die Beteiligung der Architekten bescheiden. Der mitbewegte Beobachter hat das Gefühl, die IBA Basel 2020 sei in Basel noch nicht angekommen. Der Beweis dafür: Ein Fasnachtssujet ist sie noch lange nicht.

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