Das Houdini vor dem Brand und nach der Instandsetzung. Fotos: Andrea Helbling

Houdini, entfesselt

Die Folgen des Brandes im Zürcher Kino Houdini waren schlimmer als gedacht. Nun hat es nach fast neun Monaten Instandsetzung wieder geöffnet. Staufer & Hasler haben dabei auch Neues ausprobiert.

Im Sommer 2014 eröffnete es, ein halbes Jahr später brannte es: Das ‹Miniplexkino› Houdini im Genossenschaftshaus Kalkbreite hatte sich grade mit feinem Programm und grossartigen Bar- und Lounge-Räumen in die Herzen der Zürcher gespielt, da war die Tür auch schon wieder zu – für fast neun Monate. Die Folgen des Kabelbrandes unter der Bar waren schlimmer als zunächst gedacht und kosteten 2,8 Mio. Franken. Die Oberflächen von Boden, Decken und Wände mussten ersetzt, der lackierte Schleckbeton gesandstrahlt werden. Mit der Versicherungssumme war das Budget gesetzt, aber Staufer & Hasler Architekten wollten mit ihrer Instandsetzung das Unglück nicht ungeschehen machen, sondern auch Neues ausprobieren, die ursprünglichen Räume zu verbessern. Neu ist der Boden nicht mehr überall kanariengelb, sondern führt wein- oder korallenrot die beiden Treppen hoch – mit aufgemalten Teppichfransen an den Enden. Am Ende der einen Treppe soll der Neonschriftzug ‹Mezzanin› mehr Gäste auf die Empore locken, wo die Polster etwas fläziger geworden sind. Das Zwetschgenholzfurnier ist stärker gemasert und der aufgeraute Beton erinnert mit einer warmen Goldlasur an den Brand. Bei dem hatte sich nämlich das Messing des Bartresens verflüchtigt und liess die Wände glimmern. Schicksalsschläge festigen den Charakter, sagt man – das Houdini ist leuchtender Beweis.Wir freuen uns auf die nächsten Filme im Houdini!...
Houdini, entfesselt

Die Folgen des Brandes im Zürcher Kino Houdini waren schlimmer als gedacht. Nun hat es nach fast neun Monaten Instandsetzung wieder geöffnet. Staufer & Hasler haben dabei auch Neues ausprobiert.

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