Die Gruppe von Hochparterre Reisen - ausser dem Fotografen - über dem Stadtmodell in Moskau. Fotos: Heinrich Horlacher

Hochparterre Reisen: Bericht aus Moskau

Die Gruppe von Hochparterre Reisen war klein aber fein: Zu neunt erkundeten wir über das verlängerte Wochenende Moskau. Architektonische Perlen, die Botschaft und das Stadtmodell waren wichtige Stationen in der russischen Hauptstadt.

Die Gruppe war klein aber fein: Zu neunt erkundeten wir über das vergangene verlängerte Wochenende Moskau. Dabei wanderten wir - wie es für richtige Städteexkursionen gehört - hauptsächlich auf Schusters Rappen. Grössere Strecken legten wir mit der Metro zurück und erlebten damit gleich eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der russischen Metropole. Noch am Abend der Ankunft bummelten wir durch Zamoskworetschje zum Roten Platz um uns zu bestätigen: Wir sind in Moskau!


Am nächsten Tag spazierten wir vom Hotel über die Moskwa zum grünen Boulevardring, der die innerste Stadt umschliesst. Im «Kofemanija» genehmigten wir uns eine willkommene, teure Pause, dann begutachteten wir das Hotel «Moskwa», ein mächtiges Haus, das abgerissen und nach der russischen Formel «besser als das Original» wieder aufgebaut wurde. Am Nachmittag kreuzten wir durch die Strassen und Gassen der Innenstadt und setzten am Stadtmodell (wo wir ganz unerwartet von tanzenden Kindern empfangen wurden) den Schlusspunkt des Besichtigungsprogramms.


Am Freitag Morgen schlenderten wir zunächst durch das Ostoshenka-Quartier, wo sich wohlhabende Russen in architektonisch durchaus gelungenen Bauten ihre Wohnungen eingerichtet haben. Anschliessend führte uns Lena («Oder Elena oder Helena, ich höre auf alles») durch den Kreml. Nach der Mittagspause wurden wir in der Schweizer Botschaft erwartet, wo uns Projektleiter Marco Stäuble von Brauen+Wälchli Architekten das Projekt für den Botschaftsneubau vorstellte. Generalkonsul Rudolf Bloch und Vertreter des Bundesamtes für Bauten und Logistik weihten uns die Eigenheiten des Bauens in Russland ein. Dann gesellte sich Botschafter Walter B. Gyger zur Runde und wir erlebten, dass ein Botschafter eine ganz andere Sicht der Dinge hat: Ihn beschäftigen beispielsweise die fehlenden Schränke (etwa für die Tropenkleider aus der vorherigen Destination Senegal), oder die Kinderzimmer, die nicht immer als solche gebraucht werden. In den Neubau einziehen wird Gyger aber nicht, er wird seine Botschafterlaufbahn bald beschliessen. In den Empfangsräumen der Botschaft wurden wir mit einem grosszügigen Apéro mit Häppchen von kalt bis warm, von salzig bis süss bewirtet. Zum Dessert besichtigten wir das Le Corbusiers «Zentrosojuz», und weitere konstruktivistische Perlen in der Umgebung.


Zum Auftakt des Samstags statteten wir Lenin in seinem Mausoleum einen Besuch ab. Wer weiss, wie lange er noch dort liegt, und der Bau ist in jedem Fall sehenswert. Es folgten das Eigenheim Konstantin Melnikows und Ginzburgs «Narkomfin»-Haus. Nach dem Mittag hatte sich der Regen definitiv durchgesetzt, doch wir liessen uns nicht beirren und fuhren mit der roten Metrolinie an die Endstation «Süd-West», um einen sowjetischen «Mikrorajon» ganz aus der Nähe zu betrachten: Troparjowo, ein Musterquartier der Sechziger- und Siebzigerjahre. Nach dem Nachtessen bildete der Besuch der neuen Tretjakow-Galerie anlässlich der Museumsnacht den Schlusspunkt der Moskau-Reise.

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