René Zahnd (Implenia), Dietrich Schwarz (Schwarz Architekten) und Andreas Roth (Credit Suisse) nehmen von Franz Beyeler das Minergie-A-Zertifikat in Empfang.

Heutiger Heimatstil

Die Aufrichte der ersten Minergie-A-Siedlung im Aargau zeigt: «urban» und «dörflich» sind beim heutigen Agglomerationswohnen kein Gegensatz mehr. In einem Jahr soll Neugrüen in Mellingen fertig sein.

Es sei «die grösste nachhaltige Wohnsiedlung der Schweiz» sagt die Pressemeldung. Die Sprecher an der Aufrichte der Siedlung Neugrüen im Aargauischen Mellingen sind nicht zurückhaltender: Andreas Roth, Produktmanager der Credit Suisse Anlagestiftung Real Estate Switzerland, sieht seine Siedlung im Einklang mit der Umwelt; René Zahnd, Leiter Implenia Buildings, ist besonders stolz auf die 1800 Fotovoltaikmodule, die einst die Hausdächer schmücken werden, und der Architekt Dietrich Schwarz zitierte Heidegger. Und er brach eine Lanze für das von seinen Berufskollegen so gern gescholtene Minergie-Label, was wiederum Franz Beyeler, Geschäftsführer von Minergie, freute, der abschliessend ein provisorisches Minergie-A-ECO-Zertifikat überreichte.

Neugrüen soll ab Frühjahr 2014 rund 400 Menschen ein Zuhause bieten, in 198 Mietwohnungen, 38 davon als dreigeschossige Reihenhäuser, aber auch Gewerbe sorgt für Leben. Die Pressemeldung spricht vom «urbanem 'dörflichem' Charakter» und bringt damit den Ausdruck der Architektur auf den Punkt, den das fertiggestellte Musterhaus zeigt: Holzschindeln überziehen den Holzrahmenbau mit Holz-Beton-Verbund-Decken. Die Sockel sind aus vorgefertigtem Beton, die von «Klebdächern» aus Schindeln geschützten Klappläden sind eigentlich Schiebläden und aus Holz, der Dachüberstand wiederum aus Beton. Die Architektur trifft wohl ziemlich genau das, was sich Bewohner einer städtisch dichten aber doch dörflich heimeligen Siedlung wünschen: eine Art heutiger Heimatstil.

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