Die Herausforderungen sind gross, der Tagunsort auch: Energieexperten und Architekten diskutierten im Letzigrund über die 2000 Watt Gesellschaft.

Heimspiel im Letzigrund

An der 2000-Watt-Tagung der Stadt Zürich im Stadion Letzigrund referierten, diskutierten und applaudierten Energieexperten heute frohen Mutes. Der einhellige Konsens: Es wird alles grün. Doch sieht wirklich alles so rosig aus?

Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft sind sportlich. Sie zu erreichen wird kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Es passte symbolisch also gut, dass das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich heute ins Stadion Letzigrund einlud, um den Stand der Dinge zu erörtern. Etwas irritiert las man hingegen auf der Einladung: «Genügend Parkplätze vorhanden.» Und auch als beim Apéro Erdbeeren, Melone und Banane serviert wurden, fragte man sich: Ist das wirklich alles im grünen Bereich?Doch wenn man den Referenten glaubt, brauchen wir uns über so kleine CO2-Sünden keine Sorgen zu machen. Umweltingenieur-Professor Holger Wallbaum mahnte gar, dass wir nicht zu viel wollen dürfen. «Wir müssen optimieren, nicht maximieren.» Allerdings wies er darauf hin, dass die Sanierungsrate bei den Gebäuden viel zu tief liege. Im Vergleich zum Ausland stehe die Schweiz energetisch aber gut da. Die Vorreiterrolle illustrierte er mit dem ersten Minergie-Haus, das in Japan nach Schweizer Vorbild gebaut wurde. Doch Zweifel zerstreute er damit kaum, schliesslich ist Nippon nicht unbedingt ein Land, das für ökologisches Bauen bekannt ist. Ähnlich optimistisch klang es von ökonomischer Seite. Lucas Bretschger, Professor für Ressourcenökonomie, errechnete mit Modellen, wie sich eine CO2-Steuer auf das uns allen so heilige Wirtschaftswachstum auswirkt. Sein Fazit: nur minim. Statt um 70 würde die Schweizer Wirtschaft eben um 60 Prozent wachsen bis 2050. «Wichtiger als der Energieverbrauch ist Innovation und Investition», so Bretschger. Der Preis für 2000 Watt ist also bezahlbar – zumindest makroökonomisch gesehen. Vorbehalte bleiben auch hier. Denn die Diskussionen im Kleinen, also beim eigenen Portemonnaie, sind damit nicht gegessen.Auch beim Amt für Hochbauten ist man frohen Mutes. «Die Ökonomie und die Ökologie zeigen in die gleiche Richtung», sagte Ursula Müller, Bereichsleiterin Wettb...
Heimspiel im Letzigrund

An der 2000-Watt-Tagung der Stadt Zürich im Stadion Letzigrund referierten, diskutierten und applaudierten Energieexperten heute frohen Mutes. Der einhellige Konsens: Es wird alles grün. Doch sieht wirklich alles so rosig aus?

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