Gute Bauten: Wenig Überraschungen

Die «Cuvée» 2010 der Auszeichnung Guter Bauten Zürich hält wenig Überraschungen bereit. Wer oder was mit Abwesenheit glänzt, ist interessanter festzustellen, schreibt Hochparterrre Redaktor Roderick Hönig im Kommentar.

Die «Cuvée» 2010 der Auszeichnung Guter Bauten Zürich 2006-2010 hält wenig Überraschungen bereit. Sechs von elf Auszeichnungen und neun von zwölf Anerkennungen gehen an Wohnbauten. Wer oder was mit Abwesenheit glänzt, ist interessanter festzustellen: Etwa die Wohnüberbauungen «James» und «Paul-Clairmont-Strasse» von Gmür & Geschwentner (2007) beziehungsweise Gmür & Steib (2006) oder die Überbauung Brunnenhof von Gigon / Guyer (2007). Diese Bauten stehen wie wenig andere für das europaweit anerkannte «Wohnbau-Laboratorium» Zürich, doch sie waren «hors concours», weil Patrick Gmür und Annette Gigon in der Jury sassen. Aber auch das Mehrfamilienhaus an der Schöneggstrasse von hls Architekten (2008), das solides Handwerk und Geschäftssinn beweist, fehlt. Fehlen unter den Preisträgern tun auch Dienstleistungsbauten bis auf den Sonderfall Viaduktbögen (Publikumspreisträger vor Sihlcity und Xenix). Büro- und Gewerbebauten kommen vor allem in den Anerkennungen vor, etwa das Geschäftszentrum Lochergut (Pool Architekten), Roger Bolthausers eigenes Atelier, der Freitag Flagship Store (spillmann echsle) oder die Geschäftshäuser Holbeinstrasse (Stücheli) und Feldeggestrasse (Marques), beides Sanierungen. Auch der einzige wirklich ernst zu nehmende städtebauliche Beitrag, Sihlcity, schaffte es nur unter die Anerkannten. Schade, aber auch das hat wahrscheinlich mit der Zusammensetzung der Jury zu tun, die architekturlastig war: Es fehlte ein ausgebildeter Städtebauer, eine ausgebildete Städtebauerin – Stadtbaumeister Patrick Gmür und Brigit Wehrli (Stadtentwicklung) waren die einzigen Vertreter der Disziplin....
Gute Bauten: Wenig Überraschungen

Die «Cuvée» 2010 der Auszeichnung Guter Bauten Zürich hält wenig Überraschungen bereit. Wer oder was mit Abwesenheit glänzt, ist interessanter festzustellen, schreibt Hochparterrre Redaktor Roderick Hönig im Kommentar.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?