Die Länderpavillons sollen die Moderne seit 1914 absorbieren. Fotos: © Rem Koolhaas

Grundlagenforschung

Kurator Rem Koolhaas will an der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig zurück zu den Wurzeln. Er absorbiert die Moderne, erforscht grundlegende Elemente wie Wand oder Tür und widmet sich Italien als prototypisches Land.

Die diesjährige Architekturbiennale in Venedig wird länger, grösser und profunder. Das verspricht der Kurator Rem Koolhaas, der diese Woche das detaillierte Programm verkündete. Statt im September beginnt die Biennale schon im Juni. Nahmen letztmals 55 Länder teil, sind es heuer 65. Und die Pavillons sollen nicht ausstellen, sondern forschen, und zwar an den Grundlagen. «Fundamentals» lautet der Übertitel. «Nach mehreren Architekturbiennalen, die das Zeitgenössische zelebrierten, wird «Fundamentals» die Geschichte betrachten, versuchen zu rekonstruieren, wie es zur heutigen Architektur kam, und über die Zukunft spekulieren», erklärt Koolhaas. Für die Länderpavillons heisst das: «Absorbing Modernity 1914-2014». In den letzten hundert Jahren sei die Architektur immer austauschbarer und globaler geworden, so Koolhaas. Die Länderausstellung soll diese Evolution hin zu einer einzigen Ästhetik analysieren, aber auch die lokalen Elemente aufzeigen, die immer noch existieren. Im Hauptpavillon wird Koolhaas noch grundlegender. Dort werden die «Elements of Architecture» durchdekliniert: Boden und Decke, Fenster und Balkon, Toilette und Treppe. Diese seien heute zwar immer technischer, hätten sich aber nicht grundlegend verändert. Die Ausstellung des Arsenale schliesslich ist einem Thema gewidmet: Italien. In «Monditalia» soll das Gastgeberland nicht nur architektonisch, sondern auch im Film, Tanz, der Musik und im Theater porträtiert werden. Koolhaas spricht von multidisziplinären Performances, die Architektur, Politik, Ökonomie, Religion, Technologie und Industrie berühren. Es wird also vielschichtig zu und her gehen in Venedig, und gleichzeitig radikal und elementar über Architektur nachgedacht. Vom Vieldenker Koolhaas haben wir auch gar nichts anderes erwartet....
Grundlagenforschung

Kurator Rem Koolhaas will an der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig zurück zu den Wurzeln. Er absorbiert die Moderne, erforscht grundlegende Elemente wie Wand oder Tür und widmet sich Italien als prototypisches Land.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?