Die grauen Treibhausgasemissionen sind entscheidend für die Klimaerwärmung.

Graue Werte

Wer baut und wer die Klimakrise ernst nimmt, muss die graue Energie und die damit verbundenen Treibhausgase reduzieren. Doch was steckt überhaupt hinter dem Begriff und den Zahlen dazu?

Die graue Energie gibt Auskunft über den ökologischen Rucksack eines Gebäudes. Sie steht für die gesamte Menge nicht erneuerbarer Primärenergie, die benötigt wird, um ein Bauwerk zu erstellen. Dazu gehören alle Schritte, vom Rohstoffabbau über die Herstellung und Verarbeitung bis zur Entsorgung, inklusive der dazu notwendigen Transporte und Hilfsmittel. Als Primärenergie bezeichnet man die Rohenergie, die noch nicht technisch umgesetzt, umgewandelt oder transportiert wurde, wie fossile Brennstoffe, Uran, Sonnenstrahlung oder Wind. Als nicht erneuerbar gilt die Primärenergie, wenn ihre Quelle durch die Nutzung erschöpft wird, wie bei Uran, Rohöl, Erdgas oder Kohle. Die Masseinheit der grauen Energie ist Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr (kWh / m² a). Sie wird damit auf eine Fläche und eine Zeitspanne bezogen, um sie mit der Betriebsenergie vergleichbar zu machen.

Aus Klimasicht entscheidend sind die grauen Treibhausgasemissionen, die auf denselben Bilanzen wie die graue Energie basieren und zu denen CO², Methan, Stickoxid und weitere klimawirksame Gase gehören. Energetisch vorbildliche Neubauten emittieren deutlich mehr Treibhausgase bei der Erstellung und der Entsorgung als im Betrieb, weil ihre Betriebsenergie gering und klimaneutral ist, die Bauindustrie aber meist noch mit fossilen Energiequellen arbeitet. Wird Elektrizität erzeugt, variieren die damit verbundenen CO²-Emissionen je nach Energieträger stark: von zehn bis dreissig Gramm pro Kilowattstunde Strom bei Wasser-, Wind- oder Kernkraft bis zu rund tausend Gramm bei Kohle. Der Bund publiziert die Ökobilanzen von Baumaterialien, die die Auswirkungen der Stoff- und Energieflüsse in Umweltbelastungspunkten ausdrücken. Praxisnaher ist die Produkteliste von Eco-Bau, die 1500 Materialien und Bauteile von mehr als hundert Herstellern aufführt und ihre Umweltauswirkungen mit drei Gütesiegeln bewertet.

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