1. Preis: Vertikale Fabrik, Luzern Foto: Peter Tillessen

Graber & Steiger gewinnen den Prixforix 2021

Der Award für die «attraktivste Fassade der Schweiz» wurde gestern Abend in der Samsung Hall an die ‹Vertikale Fabrik› der Firma Komax im luzernischen Dierikon verliehen.

Der Prixforix 2021 geht an die Projektverantwortlichen der «vertikalen Fabrik» in Dierikon (LU). Hinter der Siegerfassade stehen die Architekten von Graber & Steiger aus Luzern. Der Neubau von Komax, Produzent von Maschinen für die Kabelverarbeitung, hat die Jury durch seine scheinbare Widersprüchlichkeit überzeugt: «Die Fassade erscheint robust und filigran zugleich und gibt dem Gebäude einen starken Ausdruck», heisst es in der Begründung. Der Kubus erstreckt sich über 55 mal 50 Meter. Die sieben flexiblen Geschosse beherbergen Produktion, Büros, Lager, Auditorium und Kaffee-Ecke. Die «vertikale Fabrik» überzeuge als nachhaltiger Bau, der ohne viel Technik auskommt, schreibt der Prixforix heute in einer Medienmitteilung. Natürliche Belüftung und Belichtung, Wärmeschutz und Nachtauskühlung werden durch eine zweischichtige Gebäudehülle verwirklicht und basieren auf dem Lowtech-Ansatz. Der breite Gang an zwei Seiten des Gebäudes vereint gleich mehrere Funktionen: Service-Gang, Fluchtweg und Aufenthaltsraum. Die Gitter halten im Sommer die Sonne fern und lassen dennoch genügend Tageslicht hinein. Die Glasfassade dahinter überzeuge durch Einfachheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Die Jury urteilt, die «vertikale Fabrik» ist ein «Projekt unserer Zeit und eine verdiente Siegerin».

Zweiter Platz für Wohnturm in Winterthur
Den zweiten Rang konnten Wild Bär Heule Architekten aus Zürich für ihren Wohnturm in Winterthur entgegennehmen. Dieser besteht aus vier Wohnateliers und einer Dachterrasse. Das «ungewöhnlich transparente Objekt» hat die Jury durch seinen «minimalistischen Materialeinsatz und die anspruchsvolle Konstruktion» überzeugt. Die Architekten hätten es geschafft, den kleinen Räumen Komplexität und Luxus zu verleihen. Ansprechend und harmonisch erschienen der Jury auch die gläserne Fassade und die aussenliegenden Stahlstützen. Das erklärte Ziel der Architekten, die Reduktion auf das Wesentliche, sei in diesem Projekt perfekt umgesetzt worden.

2. Preis: Wohnturm, Winterthur Foto: Peter Tillessen

Dritter Rang: Mit Tageslicht in den Untergrund
Der dritte Preis geht an die Architekten Jean Nouvel und Éric Maria des Ateliers Jean Nouvel & EMA Eric Maria Architectes. Sie gestalteten fünf neue Bahnhöfe der Bahnlinie CEVA in Genf. «Tatsächlich handelt es sich bei diesem Projekt nicht um ein Gebäude im eigentlichen, noch ist eine Fassade im herkömmlichen Sinn vorzufinden. Und genau das macht es so besonders», schreibt der Prixforix. Die ‹briques de verre› sind hier ein wiederkehrendes Gestaltungselement und bezeichnen ein mit Stahl gerahmtes Feld aus Prismenglas, welches den Hintergrund verpixelt. Diese Glasbausteine sind nicht nur vertikal angebracht, sondern auch horizontal: als freistehende Scheibe oder Wand, Boden oder Dach. Sie erleichtern Passagieren die Orientierung in den U-Bahnhöfen – führen sie so in die Unterwelt der Bahnsteige, begleitet vom Tageslicht. Die Jury zeigt sich beeindruckt von einer «Architektur, die Klarheit schaffen möchte».

3. Preis: Léman Express – Projet CEVA, Genf Foto: Peter Tillessen

Drei Projekte mit Publikumspreis geehrt
Im Vorfeld der Preisverleihung konnte in einem einmonatigen Online-Voting über die drei Publikumsgewinner abgestimmt werden. Der erste Preis ging an die Architekten von Schneider & Schneider für den neuen Hauptsitz von Swissgrid in Aarau. Der neue Hauptsitzes der Firma Scott Sports von Itten+Brechbühl im freiburgischen Givisiez wurde mit dem zweiten Platz geehrt. Der dritte Platz geht an die höchstgelegene Bergstation Europas, die Station ‹3S-Bahn Trockener Steg–Klein Matterhorn› von Peak Architekten.

Publikumspreis 1. Rang: Bürogebäude Hauptsitz Swissgrid, Aarau Foto: Kuster Frey

Publikumspreis 2. Rang: Neubau Headquarter Scott Sports, Givisiez Foto: Simon Ricklin/Itten+Brechbühl

Publikumspreis 3. Rang: Bergstation 3S-Bahn Trockener Steg - Klein Matterhorn, Zermatt Foto: David Willen

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