Daniel Robert Hunziker, Kuno Schumacher, Roderick Hönig, Bernadette Fülscher, Renée Levi und Eva-Maria Würth (v.l.n.r.) diskutierten im Badener Trudelhaus über Kunst-und-Bau. Fotos: Susanna Perin

Gorilla mit Lippenstift

Kunst-und-Bau sei wie Lippenstift auf einem Gorilla, ätzte der Architekt Norman Foster einst. Warum der Gorilla trotzdem Lippenstift braucht, diskutierte die visarte.aarau an einer Tagung in Baden.

Mit der Tagung «Kunst Schaffen: Kunst-und-Bau / Kunst im öffentlichen Raum» will die Aargauer Sektion des Künstlerverbandes visarte die Diskussion um Kunst-und-Bau neu zu lancierern. Der erste Schritt der Anstrengung gelang: Rund 50 Fachpersonen aus Kunst und Architektur fanden sich am 19. Januar im Trudelkeller in Baden ein, um über die Situation der Kunst im öffentlichen Raum nachzudenken.

Die Grenzen der Begriffe sind in Bewegung und heute wohl unklarer denn je, bemerkte der Moderator Roderick Hönig gleich zu Beginn in seiner Einleitung. Dass sich die Ausgestaltung der Kunst auf öffentlichem Terrain über die Jahrhunderte tatsächlich stark gewandelt hat, zeigte die Kunsthistorikerin Bernadette Fülscher in ihrem Referat auf: Was als Kunst, Kunsthandwerk, Architekturkunst oder Bauschmuck zu begreifen ist und was als öffentlicher Raum gilt, unterliegt der kulturellen, sich stetig ändernden Wahrnehmung. In den letzten Jahren, in denen sich auch Performances, temporäre Interventionen oder Vermittlungsanstrengungen als Kunst-und-Bau-Projekte etablieren konnten, sei es schwierig geworden, zu orten und zu vermitteln, was nun eigentlich das Metier ist, so Fülscher.
Auch die Projektpräsentationen der Kunstschaffenden Daniel Robert Hunziker, Renée Levi und Eva-Maria Würth (Interpixel) zeigten den weiten Spielraum von Kunst-und-Bau: ein um drei Meter verlängerter Strassentunnel, ein Vermittlungsprojekt an der Berufsfachschule Baden (BBB) oder ein raumgreifendes Farbkonzept am Cycle d'orientation Genève. Die drei Projekte führten vor Augen, wie präzis eine künstlerische Setzung sein muss, um sinnvoll in komplexe Zusammenhänge einzugreifen. Zur Umsetzung gehört meist auch die Konfrontation mit bautechnischen und finanziellen Abläufen oder kulturpolitischen Verflechtungen. Ob ein Projekt gelingt, hängt zudem oft von Personen in Verwaltung und Politik ab. Kuno Schumacher, Vertreter der Verwaltung und Mitglied der Aargauer Kommission Kunst im öffentlichen Raum (KiöR), erläuterte in seiner Präsentation die Aufgaben und Kompetenzen dieser Fachgruppe und stellte realisierte Kunst-und-Bau-Werke vor. In der Diskussion zum Schluss der Tagung war man sich einig: Den Kunstprojekten im öffentlichen Raum oder den «Kunstankäufen in situ», wie sie die Künstlerin Renée Levi lieber nennt, fehlt es weitgehend an Vermittlung. Um zu einem Selbstverständnis zurückzufinden, in dem Kunst als ein unabdingbarer Bestandteil die eigene Kultur auszeichnet, sei es wichtig, die Debatte über Kunst im öffentlichen Raum auf allen denkbaren Kanälen in die Bevölkerung zurückzuführen, so das Podium.

Kommentare

Lucas 20.01.2016 12:04
Ich glaube, es gibt in dem Artikel viele wertvolle Informationen. Im Großteil stimme ich ihm zu. Anderen wertvollen Seiten, wo man auch immer was Interessantes erfahren kann, sind fenster-dekorplast.de??? Bitte geben Sie mehr Info.
Lucas 20.01.2016 12:04
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